Hippies fallen in Mammern ein

Der Männerchor Mammern sorgt mit seinen Abendunterhaltungen regelmässig für einen Höhepunkt im Januarloch. Die Aufführungen sind derart beliebt, dass sich die Mehrzweckhalle sogar an vier Terminen füllt.

Ingrid Meier
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Joints rauchen und die grosse Freiheit als Hippies geniessen: Die Sänger aus Mammern machen Träume wahr. (Bild: Nana do Carmo)

Joints rauchen und die grosse Freiheit als Hippies geniessen: Die Sänger aus Mammern machen Träume wahr. (Bild: Nana do Carmo)

MAMMERN. Am Samstag ist rasch auch der letzte Platz in der Mehrzweckhalle besetzt. Jung und Alt warten gespannt, was der Männerchor in diesem Jahr bietet. Sie werden nicht enttäuscht. Die Unterhaltung, in drei Blöcke gegliedert, beginnt mit Liedern, die Dirigent David Lang zum grossen Teil selbst komponierte und textete. Dramatisch die von ihm vertonte Ballade von Goethes «Erlkönig». Bei dem berühmten Satz: «Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt» schwillt der Gesang raumfüllend an, um am Ende ganz leise zu singen: «In seinen Armen das Kind war tot.»

Erfolg dank Dirigent

Laut Präsident Emil Meier ist der Erfolg der Abendunterhaltungen zum grossen Teil David Lang zu verdanken. Er dirigiert den Chor seit 2005. Bereits sein Grossvater, Heinrich Lang, war Dirigent, sein Vater und sein Bruder singen im Männerchor. David Lang ist Berufsmusiker, führt eine Musikschule, komponiert, textet und singt.

Altersmässig gut durchmischt, finden sich auch viele junge Gesichter in dem grossen Chor, der hohe Ansprüche erfüllt, vom Tenor bis zum Bass. Viele der Gäste seien eigentliche Konzertbesucher, die sonst an keiner Abendunterhaltung zu finden sind, sagen Insider.

Der zweite Block der Abendunterhaltung unter dem Titel «Lieber ledig und frei» entführt in eine Älplerstube, wo drei urchige Bauernbrüder ohne Frauen wirtschaften. Zwei melden den jeweils anderen Bruder bei «Bauer, ledig, sucht...» im Fernsehen an.

Die Verwicklungen sind programmiert. Mitglieder des Chores geben die urchigen Typen authentisch und deftig wieder. Lacher im Publikum sind garantiert.

Musikalischer Leckerbissen

Im dritten Block schliesslich kommt ein musikalischer Leckerbissen auf die Bühne, ein Singspiel, das man auch als Mini-Musical bezeichnen könnte. «Im Zug...» wurde von David Lang geschrieben, komponiert und präsentiert sich als ein kleines Meisterwerk.

Ein Sängerchor macht seinen obligaten Ausflug, dieses Mal zu einem Sängerfest am Untersee. Im Zug - der aber in eine andere Richtung fährt - wird fleissig dem Weisswein zugesprochen, und dabei werden Trinklieder gesungen. Ein griesgrämiger Kondukteur reklamiert. Als dann eine Gruppe bunter, langhaariger Hippies mit Riesenjoints und Songs wie «Where is the sunshine» in das Abteil treten, droht er mit dem Gewehr. Schliesslich steigt ein Troubadour - David Lang - zu und singt ein romantisches Lied.

Was dann passiert, das können Interessierte in den Vorstellungen am Freitag, 21. Januar, 19 Uhr, und Samstag, 22. Januar, 20 Uhr, selbst miterleben.