Hinterthurgauer Hinterhalt

Südsicht

Olaf Kühne
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«Ein bewegtes Jahr liegt hinter uns.» Mit dieser Plattitüde beginnen derzeit landauf, landab die Jahresrückblicke. Weil wir uns an dieser Stelle aber nicht dem Verdacht der Lügenpresse aussetzen wollen, verzichten wir lieber darauf. Denn – Hand aufs Herz – aus Hinterthurgauer Sicht war 2016 eine recht beschauliche Veranstaltung.

Eine neue Miss, ein paar neue Kantonsräte– «bewegt» sieht anders aus. Ach ja, am Bezirksgericht gibt’s ein neues Gesicht. Davon dürften Sie im Idealfall aber kaum etwas mitgekriegt haben. Eine Audienz beim Richter ist schliesslich keine gefreute Sache. Gewünscht hätten wir sie im abgelaufenen Jahr einzig dem feigen Trüppchen evangelikaler Rassisten, das einem St. Galler Pfarrer wegen seiner Homosexualität und wegen seines dunkelhäutigen und – besonders schlimm – katholischen Freunds das Leben zur Hölle machen musste. Doch die homophoben Heckenschützen zogen es vor, anonym zu bleiben und sich so der Straf­verfolgung zu entziehen.

Immerhin, ein Trost bleibt: Ihr Hass wird sie auch im kommenden Jahr im Griff behalten. Das ist allerdings weder das Bezirks- noch das Jüngste Gericht. Zumal letzteres als katholische Institution für evangelikale Wirrköpfe gar nicht zuständig ist.

Olaf Kühne

olaf.kuehne

@thurgauerzeitung.ch