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HINGUCKER: Der bessere Blick auf die Welt

Die «Thurgauer Zeitung» stellt die schönsten Leserfotos im Kreuzlinger Dreispitz aus. Regierungsrätin Monika Knill ist als Gast gekommen und meint, man müsste eine Postkartenserie mit den Motiven machen.
Ida Sandl (text) Andrea Stalder (fotos)
Diskutieren angeregt über die Fotografien: Zwei Besucher der Ausstellung im Kreuzlinger Kultur- und Sportzentrum Dreispitz (Bild: .)

Diskutieren angeregt über die Fotografien: Zwei Besucher der Ausstellung im Kreuzlinger Kultur- und Sportzentrum Dreispitz (Bild: .)

Ida Sandl (Text) Andrea Stalder (Fotos)

redaktion@thurgauerzeitung.ch

Eingepackt in eine dicke Jacke stand Roger Rubin aus Weinfelden auf dem Gipfel des Hohen Kastens. Es war kalt: Ende Oktober. Und es war dunkel: Leermond. Darauf hatte er lange gewartet. Licht stört, wenn man die Milchstrasse fotografieren will. Zwei Stunden harrte er aus, drückte immer wieder auf den Auslöser. Das Beste seiner Fotos hängt jetzt im Dreispitz in Kreuzlingen in der Ausstellung «XY aus Z fotografierte in . . .». Die «Thurgauer Zeitung» stellt die schönsten Leserbilder des letzten Jahres aus. Am 6. Mai wird das Siegerfoto ausgewählt. Vor drei Jahren hat ein Bild von Rubin gewonnen. Er gehört zu den Leserfotografen, die bereits Stammgäste an der Ausstellung sind. Es sind die Leidenschaftlichen, mit Blick für das Besondere.

Anhalten, aussteigen, fotografieren

Bernadette Oberholzer aus Dussnang gehört dazu, die Siegerin des letzten Jahres. Diesmal ist sie mit einem knorrigen Baum vertreten. Dessen verwinkeltes Geäst spiegelt sich in den mit Teer gefüllten Rissen der Strasse wieder. Eine fast künstlerische Komposition, die Bernadette Oberholzer in Tobel-Tägerschen entdeckt hat, als sie mit Auto dar­an vorbeifuhr. Unzählige vor ihr haben das ebenfalls getan und nur einen alten Baum gesehen.

Wer es in die Ausstellung schafft, hat die Konkurrenz weit hinter sich gelassen. 1300 Bilder wurden eingereicht, 39 werden gezeigt. Die erste Auswahl trifft Reto Martin, der TZ-Fotochef. Eine Jury mit dem ehemaligen Werbefotografen Peter Forster – von ihm stammt die Idee zur Ausstellung – und der Kreuzlinger Stadträtin Dorena Raggenbass, entscheidet, welche Fotos ausgestellt werden. Die Firma Ifolor sponsert den Anlass mit hochwertigen Papierabzügen.

Überproportional oft sei der Bodensee als Motiv vertreten, beobachtet TZ-Chefredaktor DavidAngst. Was wohl auch daran liege, dass zwei Drittel der Fotografen am See wohnen. Er werde sich dafür stark machen, dass in Zukunft mindestens eine Kuh aus dem Tannzapfenland auf den ­Bildern vertreten sein müsse, scherzte Angst bei der Vernissage am Mittwochabend.

Klar, einer, der in Romanshorn wohnt und beim Schifffahrtsamt St. Gallen arbeitet, wie Robert Muralt muss das Wasser und seine Bewohner fotografieren. Muralts Bild zeigt einen Haubentaucher, der einen Egli im Schnabel hält. Eine Momentaufnahme. Im nächsten Augenblick wird der Vogel seine Beute in die Luft werfen, auffangen und verschlucken.

Die Schnur störte ihn, aber er wollte nichts verändern

Joël Zamparo, auch aus Romanshorn, hatte länger Zeit für sein Foto. Er ging mit der Freundin bei Güttingen spazieren, da sahen sie eine Feder auf den Steinen liegen, darauf glitzerten Regentropfen wie Perlen. Zamparo zückte sein Handy. Kurz habe er darüber nachgedacht, die Schnur neben der Feder wegzunehmen. Aber er wollte lieber nicht eingreifen in dieses zufällig entstandene Stillleben. Ein guter Entscheid. Eigentlich ist Claudia Büchler aus Hörhausen auf ­Makroaufnahmen spezialisiert. Doch als sie an einem Herbsttag aus dem Küchenfenster schaute und die Nebelschwaden sah, die sich wie Watte um den alten Obstbaum gelegt hatten, da drückte sie ab. Manchmal muss man schnell sein. Auch Ernst Huber aus Buch bei Frauenfeld überlegte nicht lange. Eine einzige Sonnenblume, die keck aus einem lila Blütenfeld herauslugt, war es ihm wert, das Auto zu ­stoppen.

Man müsste eine Postkarten-serie mit den schönen Motiven machen, überlegt die Thurgauer Erziehungsdirektorin Monika Knill. Sie war als Besucherin zur Ausstellungseröffnung erschienen, weil sie gerne Fotos anschaut und es spannend findet, welche Momente Menschen mit der Kamera festhalten.

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