Hilfe für die Thurgauer Hoteliers

AMRISWIL. Thurgau Tourismus will den Hoteliers im Kanton helfen, ihr Angebot zu verbessern. Er hat ein Impulsprogramm lanciert, das schweizweit einzigartig ist. Die Hoteliers treffen sich regelmässig, sie vernetzen sich und geben einander gegenseitig Inputs.

Michèle Vaterlaus
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Rolf Müller Geschäftsführer Thurgau Tourismus (Bild: Nana do Carmo)

Rolf Müller Geschäftsführer Thurgau Tourismus (Bild: Nana do Carmo)

Thurgau Tourismus greift den Thurgauer Hoteliers unter die Arme. Mit der Fachstelle für Beherbergung hat er ein schweizweit einzigartiges Projekt lanciert, wie es in einer Mitteilung heisst. «Das Ziel ist es, der Branche in einer herausfordernden Zeit Impulse zu geben», erklärt Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus. Das Ganze sei nicht vergleichbar mit der Hilfe, die der Promi-Koch Buhmann seinen Kunden biete. «Es ist eher die Hilfe zur Selbsthilfe, die wir anbieten.»

17 Betriebe machen mit

An regelmässigen Treffen tauschen Hoteliers ihre Erfahrungen aus. Businesspläne werden erstellt, über Marketing, Produktentwicklung, Finanzen und Investitionen wird geredet, und Thurgau Tourismus steht beratend zur Seite. Das Projekt richtet sich eigentlich an Betriebe mit mindestens acht Gästezimmern, davon gibt es 85 im Thurgau. «Es können aber auch kleinere Betriebe oder Start-Ups mitmachen», sagt Müller. Derzeit nehmen 17 Hoteliers an dem kostenlosen Angebot teil.

Heute bucht jeder online

Eine davon ist Eva Maron, Inhaberin des Hotels Wunderbar in Arbon. Sie hat sich zur Teilnahme entschieden, weil sie neben der Wunderbar ein zweites Hotelprojekt in Arbon realisieren will. Die Treffen hätten bisher zwar nichts Neues gebracht. «Aber sie haben mich in meinem Konzept bestätigt.» Michael Labhart vom «Frohsinn» in Steckborn sieht sich durch die Teilnahme gezwungen, sich mit der Vermarktung seines Hotels auseinanderzusetzen. «Noch vor fünf Jahren standen die Velotouristen spontan bei mir vor der Türe und fragten, ob ich ein Zimmer frei hätte. Heute buchen sie die Unterkunft online.» Für Labhart heisst das: Er muss im Netz auffindbar sein. «Will man überleben, muss man investieren. Auch wenn die Zeit knapp ist.»

Rolf Müller betont, dass sich das Projekt auch an jene Hoteliers richtet, bei denen alles rund läuft. «Wir wollen schliesslich auch erreichen, dass sich die Branche vernetzt.» Im Thurgau gebe es nämlich keinen Hotelier-Verband mehr. Er sei im Verband Hotellerie Ostschweiz aufgegangen, und der Austausch dort sei nicht sehr aktiv. Gerade diesen Austausch unter den Berufskollegen schätzt Eva Maron. «Das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen kann sehr inspirierend sein», sagt sie.

Die Zeit zeigt den Erfolg

Ob das Projekt Früchte trägt, kann Müller noch nicht sagen. «Der Startschuss war im Februar, das Ganze dauert ein Jahr.» Er habe aber bereits Interessenten für die zweite Durchführung. Die Nachfrage ist da, obwohl es der Tourismusbranche im Thurgau – trotz Eurokrise – gemäss Müller gut geht. Tatsächlich macht sich Maron keine Sorgen: «Wenn man ein gutes Produkt hat, dann <verhebt> das auch in diesen Zeiten.» Auch Labhart ist zuversichtlich. «Ich werde das durchziehen. Es wird sich zeigen, ob es klappt.»