«Hier stören die Hunde doch nicht»

FRAUENFELD. Die Frauenfelder Allmend leide unter freilaufenden Hunden. Das behauptet ein Berater der Armasuisse, die gemeinsam mit der Stadt eine neue Benutzungsordnung erlassen will. Doch wie schlimm ist die Lage wirklich? Ein Augenschein.

Brenda Zuckschwerdt
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Manchmal finden auf der Frauenfelder Allmend regelrechte Hundeversammlungen statt. (Bilder: Brenda Zuckschwerdt)

Manchmal finden auf der Frauenfelder Allmend regelrechte Hundeversammlungen statt. (Bilder: Brenda Zuckschwerdt)

FRAUENFELD. Die Hunde machen Eindruck: zwei gestromte Presa Canario, mächtige Hunde im Molosser-Typ, und zwei Beauceron, französische Schäferhunde, die ein wenig an einen Dobermann, ein wenig an einen Rottweiler erinnern. Die Hunde kommen mir freilaufend auf dem Damm entgegen. Ihre Besitzerinnen haben mich erblickt und rufen ihre Hunde unverzüglich zu sich. Sie gehorchen, werden angeleint. Diese Hundehalter machen gute Werbung für die Hundehaltung.

Ein Ort, um zu üben

Weiter unten macht eine Frau mit ihrem Collie-Mix Gehorsams-übungen. So wie sie üben auf der Allmend viele Hundehalter mit ihren Vierbeinern das, was die Hunde im Alltag können müssen. «Wir brauchen einfach einen Ort, wo wir üben können», sagt die Hundebesitzerin. Kein Hund komme fertig erzogen auf die Welt.

Weitere Hunde kommen und gehen. Vor allem die Wiese zwischen Thur und Damm ist ein beliebter Treffpunkt. Die meisten Hunde laufen frei, begegnen Menschen und Artgenossen aber freundlich. Dass man hier so viele Hunde antreffe, sei gerade der grosse Pluspunkt der Allmend, sagt eine Hundehalterin. Hier könne man einen Hund sozialisieren, hier habe er Kontakt mit Artgenossen und dürfe sich mal ohne Leine bewegen. «Ist ein Hund immer nur an der Leine, wird er irgendwann aggressiv.» Die meisten Hundehalter benähmen sich rücksichtsvoll, auch Fussgängern gegenüber. Es gebe aber auch einige schwarze Schafe, «wie überall».

Hunde machen nichts kaputt

Sie komme regelmässig mit ihren drei Hunden hierher, sagt eine andere Frau, die mir mit drei angeleinten Hunden entgegenkommt. Im Dorf wolle sie die Hunde nicht ausführen, im Wald aus Rücksicht auf das Wild ebenso wenig. Und im Kultur- und Ackerland könne man Hunde aus Rücksicht auf Weidetiere und Nutzung durch Landwirte ebenfalls kaum noch laufen lassen. «Aber hier, hier stören sie doch niemanden!»

So wie sie sind sich die meisten Hundehalter durchaus bewusst, dass nicht alle Mitmenschen Freude an ihren Vierbeinern haben. «Für mich ist klar, dass ich meine Hunde zu mir rufe, wenn mir jemand begegnet», sagt eine Hundehalterin. Sie würde sich aber manchmal etwas mehr Rücksichtnahme von Fussgängern und Velofahrern wünschen. «Es gibt Velofahrer, die brausen ungebremst durch eine Gruppe spielender Hunde.» Dass auf dem Damm ebenso Leinenpflicht besteht wie im Wald, damit können die Hündeler leben. «Aber die Wiese, die könnten sie uns lassen.»

Ob Nichthundehalter ein Problem haben mit den vielen Hunden auf der Allmend, kann ich nicht herausfinden. Denn in den zwei Stunden auf der Allmend treffe ich ausschliesslich Hündeler an. Ihnen scheint das Niemandsland am Herzen zu liegen.