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HIER SOLL NUR NOCH 30 STATT 50 GEFAHREN WERDEN: Finanzielle Gründe genügen nicht

Im Hinterthurgauer Bezirkshauptort soll künftig auf der Hauptstrasse Tempo 30 gelten. Zur Umsetzung müssen indes zahlreiche Voraussetzungen erfüllt sein.
Simon Dudle
Da zu oft zu schnell durch Münchwilen gefahren wird, ist die erste Tempo-30-Zone auf einer Hauptstrasse im Thurgau in Planung. (Bild: Simon Dudle)

Da zu oft zu schnell durch Münchwilen gefahren wird, ist die erste Tempo-30-Zone auf einer Hauptstrasse im Thurgau in Planung. (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Es muss etwas geschehen. Dies wurde in Erinnerung gerufen, als sich im Juni auf der Wilerstrasse mitten in Münchwilen ein tödlicher Verkehrsunfall ereignete. Zu oft wird mit überhöhtem Tempo durch das Dorf gefahren.

Nun soll eine 200 Meter lange Tempo-30-Zone beim Bahnhof für mehr Sicherheit sorgen (unsere Zeitung berichtete). Da es sich bei jenem Abschnitt um eine Kantonsstrasse handelt, steht die Frage im Raum: Darf eine Temporeduktion überhaupt angeordnet werden? Von Gesetzes wegen herrscht auf Hauptstrassen innerorts Tempo 50 und ausserorts 80. «Es gibt Entscheide des Bundesgerichts, welche besagen, dass man Tempo 30 auf Hauptstrassen anordnen darf», sagt Benedikt Eberle, Leiter der Abteilung Planung und Verkehr beim Kanton Thurgau.

Allerdings braucht es dafür ein Verkehrsgutachten. Aus diesem muss hervorgehen, wieso eine Temporeduktion die Situation verbessert. Es genügt dabei nicht, nur finanzielle Gründe anzugeben. Ein solches Gutachten ist im Falle von Münchwilen noch öffentlich aufzulegen, so denn die Stimmbürger Ende November an der Urne den Kredit für dieses Projekt sprechen.

In Wil hat sich der Kanton zurückgezogen

Eine Tempo-30-Zone auf einer Hauptstrasse kommt in Frage, wenn eine Gefahr nur schwer oder gar nicht erkennbar ist, schwache Strassenbenützer wie Fussgänger eines besonderen Schutzes bedürfen, auf Strecken mit einer starken Verkehrsbelastung eine Entlastung erlangt werden kann oder wenn Lärm beziehungsweise Schadstoffe merklich vermindert werden können. Ein weiterer zentraler Punkt: «Eine Tempo-30-Zone als einzelne Massnahme würde nicht bewilligt. Im Fall von Münchwilen muss die Zone in ein Gesamtprojekt mit baulichen Massnahmen eingebettet und stimmig sein», sagt Eberle. Und das ist aus seiner Sicht gegeben. Denn saniert werden soll nicht nur der 200 Meter lange Abschnitt zwischen dem Kreisel und der Einmündung der Sirnacherstrasse, sondern die ganze zwei Kilometer lange Hauptstrasse durch das Dorf.

In Münchwilen sind aber nicht alle glücklich mit den Tempo-30-Plänen. Da in einer solchen Zone keine Fussgängerstreifen vorgesehen sind, stellt sich die Frage, ob die Sicherheit auch wirklich erhöht wird. «Die Fussgänger werden nicht vortrittsberechtigt sein. Ich bin aber überzeugt, dass wir die Autofahrer durch Anpassungen der Strasse und der Umgebung auch ohne Tafel dazu bringen, höchstens 30 zu fahren», sagt Eberle. Er denkt an Köniz, wo Tempo 30 auf einer Hauptstrasse die Situation entschärft hat.

Auch in der Stadt Wil war zu Beginn dieses Jahres angedacht, auf einer Hauptstrasse Tempo 30 einzuführen – wenn auch nur zu Testzwecken. Allerdings hat sich der Kanton aus dem Projekt «Lerchenfeldstrasse» mangels Ressourcen zurückgezogen.

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