«Hier sagen dir alle: Es ist gut, anders zu sein»

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Sie haben eine eineinhalbjährige Tochter. Lernt sie eigentlich Schweizerdeutsch?

Natürlich. Ich spreche Schweizerdeutsch mit ihr, das ist mir wichtig. Mit ihrem Vater spricht sie Japanisch – und in der Krippe Englisch.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer neuen Heimat?

Ich mag das internationale Umfeld. Menschen aus allen erdenklichen Ländern arbeiten hier. Es ist Anti-Trump-Gebiet, eine sehr liberale Gesellschaft, niemand wird ausgegrenzt. Alle sagen dir: Es ist gut, anders zu sein.

Irgendetwas muss Sie aber auch stören.

Zu denken geben mit die Obdachlosen in San Francisco. Es tut weh, sie so zu sehen. Zudem fehlt mir der öffentliche Verkehr.

Gibt es das nicht?

In den USA fliesst das Geld nicht in die Öffentlichkeit, sondern an Private. Wir haben zwar öffentliche Verkehrsmittel, aber sie sind nicht so pünktlich und sauber wie in der Schweiz oder Japan.

Wie kommen Sie mit den hohen Preisen klar?

Es ist schon krass. In San Francisco kostet ein Studio mittlerweile zwischen 2000 und 3000 Franken. Wir leben zwar nicht in San Francisco, aber weil wir zwischen der Stadt und dem Silicon Valley wohnen, sind die Preise fast gleich hoch.