Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HICK-HACK UM MOTOCROSS: Regierungsrätin Cornelia Komposch: "Nein, der Kanton krebst nicht zurück"

Nachdem Thurgauer Umweltverbände mit rechtlichen Schritten gegen die Bewilligung für die WM-Rennen drohten, gab die Regierung bekannt, dass die MXGP-Rennen ab 2019 eine Baubewilligung erfordern. Für die zuständige Regierungsrätin Cornelia Komposch hat die Regierung jedoch deshalb keine kalten Füsse bekommen. Beim Verwaltungsgericht ist derweil trotzdem eine Beschwerde eingegangen.
Samuel Koch
Regierungsrätin Cornelia Komposch (SP). (Bild: Reto Martin)

Regierungsrätin Cornelia Komposch (SP). (Bild: Reto Martin)

Ab 2019 erfordern die temporären Bauten für die Rennen des Motocross-Grand-Prix (MXGP) of Switzerland ausserhalb der Bauzone in Niederwil bei Frauenfeld ein ordentliches Baubewilligungsverfahren. Das haben Thurgauer Umweltverbände nach der Drohnung erwirkt, den Entscheid des Departements für Justiz und Sicherheit (DJS) zur Bewilligung des MXGP 2018 vors Verwaltungsgericht zu ziehen.

Cornelia Komposch, hat der Regierungsrat kalte Füsse?
Nein.

Er hat jedoch erst auf Drohung der Umweltverbände, den Entscheid für die Bewilligung der Motocross-WM 2018 ans Verwaltungsgericht weiterzuziehen, eingelenkt.
Das ist falsch. Dem Veranstalter ist bereits vor drei Jahren mitgeteilt worden, dass einmalige polizeiliche Veranstaltungsbewilligungen nur bis und mit den Rennen 2018 erteilt werden.

Ab dann sind auf der Anlage «Schweizer Zucker» in Niederwil also ohne Baubewilligung keine WM-Rennen mehr möglich?
Dem ist so. Das Departement für Bau und Umwelt und ihr Generalsekretär haben den Veranstalter im vergangenen Jahr erneut schriftlich darüber informiert, dass ab 2019 ein ordentliches Baubewilligungsverfahren nötig ist.

Krebst der Kanton damit nicht zurück? Erst kürzlich sind die Rennen 2018 unter Einhaltung vieler Auflagen erneut bewilligt worden.
Nein, die Regierung krebst nicht zurück. Nochmal: Wir haben vor der Bewilligung 2016 das Interesse bekundet, den MXGP bis und mit 2018 mit Veranstaltungsbewilligungen zu ermöglichen. Damals konnte man übrigens weder vorhersehen wie gross die Events werden, noch ob es dagegen Widerstand gibt.

Mittlerweile ist der Hick-Hack ums Motocross ein Politikum. Ist es auch ein heisses Eisen, an welchem sich die Regierung nicht die Finger verbrennen will?
Die drei bisherigen Bewilligungen wurden aufgrund des Strassenverkehrsgesetzes und der dazugehörenden Verordnungen aus Sicht des DJS und letztlich der Regierung korrekt abgewickelt. Aus raumplanerischer Sicht wurden im Bewilligungsverfahren kritische Bemerkungen geäussert, die allesamt in entsprechend hohe Auflagen für eine Bewilligung mündeten. In gutem Treu und Glauben und in Würdigung sämtlicher Stellungnahmen von involvierten Ämtern und Gemeinden war es auch das Ziel, vergleichbare Anlässe im Kanton nicht mittels einem Präjudiz zu gefährden. Zudem hielt die Regierung an ihrer Bewilligungspraxis fest, die seit rund 50 Jahren existiert.

Was heisst der jetzige Entscheid für alle Organisatoren anderer Anlässe im Kanton?
Das wird sich zeigen. Aktuell liegt eine Beschwerde gegen die Bewilligung für den MXGP 2018 vor. Jetzt liegt der Ball beim Verwaltungsgericht.

Wer ist der Beschwerdeführer?
Das kommentiere ich nicht. Jedenfalls sind es nicht die Umweltverbände.

Ist ein Leitfaden für temporäre Bauten ausserhalb der Bauzone, wie von den Gegnern gefordert, denkbar?
Ja. Soweit ich informiert bin, ist das Departement für Bau und Umwelt derzeit beschäftigt, einen solchen zu erarbeiten.

Nächste Woche gibt es eine Aussprache mit den Umweltverbänden. Was erhoffen Sie sich davon?
Dass wir eine Auslegeordnung über künftige Veranstaltungen im Kanton Thurgau anstellen. Entscheidend bleibt aber das Urteil des Verwaltungsgerichts. Ich hoffe, dass es unseren Bedenken Rechnung trägt, kein Präjudiz zu schaffen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.