Hexehüsli: Auch die Decke des Gewölbekellers zieht um

Mathias Frei
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Blick in den freigelegten Gewölbekeller des 166 Jahre alten Wohnhauses an der Bachstrasse. (Bild: PD/Gabriel Müller)

Blick in den freigelegten Gewölbekeller des 166 Jahre alten Wohnhauses an der Bachstrasse. (Bild: PD/Gabriel Müller)

Frauenfeld Jetzt ist da nur noch ein grosses Loch. Das Hexehüsli an der Bachstrasse ist seit gestern Geschichte. Es stehen nur noch ein paar Paletten, bereit zum Abtransport. Ein grosser Teil des Gebäudes ist bereits an seinen neuen Bestimmungsort verfrachtet worden. Die Dachziegel sind bei der Denkmalstiftung Thurgau in Schönenberg und werden dort gereinigt.

Dem Wohnhaus, das von 1851 datiert, drohte der Abriss. Der auf historische Bauten spezialisierte Frauenfelder Architekt Gabriel Müller hatte etwas dagegen. Er hat das Drei-Zimmer-Haus zusammen mit freiwilligen Helfern und befreundeten Handwerkern in Einzelteile demontiert, um es in naher Zukunft am Höhenweg in Alt-Huben auf einem Grundstück wieder aufzubauen, das ihm gehört. «Der Rückbau hat uns einige Einsicht in die Bauweise und Geschichte des Hauses gegeben», sagt Müller.

Backsteine und behauener Sandstein

Der umtriebige Architekt hatte zwar geplant, auch am neuen Standort wieder einen Keller zu erstellen. Aber dass nun dafür die historische Gewölbekeller-Decke auch gezügelt wurde, war eine spontane Idee während der Demontage, wie er erzählt. «Mit den Steinen wird am neuen Ort die Kellerdecke nach alter Machart wieder gemauert und als gemauerte Gewölbedecke sichtbar gelassen.» Zur grossen Überraschung war die Gewölbedecke nur in der Mitte mit Backsteinen gemauert. «Am Rand war sie in aufwendig behauenen Sandsteinen ausgeführt.» Das sei für die Region aussergewöhnlich. Auch dieses Mauerwerk werde nun gereinigt. Danach transportiert es die Firma Hugelshofer nach Huben. «Nach dem Motto ‹Frauenfelder helfen Frauenfeldern›», wie Müller erfreut sagt. Freude hatte er auch am guten Gesamtzustand des Hauses. Zudem sei nun bewiesen, dass wirklich eine Hexe im Haus gewohnt habe, meint er schmunzelnd. Denn beim Rückbau wurden kleine Tontöpfchen gefunden, die vermutlich mit geheimnisvollen Hexensalben gefüllt waren.

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

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