Heumilch soll Markt beleben

Milchproduzenten wollen mit Heumilch Schwung in den Milchmarkt bringen. In Weinfelden wurde deshalb über die Gründung eines Vereins informiert.

Mario Tosato
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WEINFELDEN. In Österreich hat man mit der Heumilch gute Erfahrungen gemacht. «Nun bietet sich die Gelegenheit, Heumilch Schweiz zu gründen», sagte Ruedi Schnyder, Präsident der Thurgauer Milchproduzenten (TMP). Rund 100 Milchlieferanten, Vertreter der TMP und der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost, kamen zur Informationsveranstaltung, an der über die Gründung von Heumilch Schweiz informiert wurde.

Die Gründung des Vereins Heumilch Schweiz soll in Zusammenarbeit mit Heumilch Österreich geschehen. Mit Slogans wie «Einfach ein urgutes Gefühl», «Wertvoll» oder «Im Einklang mit der Natur» soll geworben werden. In der Werbung wird darauf hingewiesen, dass den Tieren frische Gräser, Kräuter und Heu verfüttert werden.

Ein neues Siegel

Wie Jürg Fatzer von den TMP erklärte, weckt das Wort «Heu» positive Erinnerungen. Der Begriff «Heumilch g.t.S.» bedeute eine garantiert traditionelle Spezialität und stehe für eine besonders gute Qualität. So zeichnet sich Heumilch dadurch aus, dass die Kühe kein Silofutter bekommen dürfen. Verboten sei auch die Verfütterung von Nebenprodukten von Brauereien, Brennereien und anderen Rückständen der Lebensmittelindustrie mit Ausnahme von Trockenschnitzeln der Zuckerindustrie und Eiweissfuttermittel aus der Getreideverarbeitung im trockenen Zustand. Das Siegel Heumilch bedeute einen Mehrwert für alle Beteiligten wie Konsumenten, Handel, Unternehmen und Bauern, sagte Fatzer weiter.

Aufgabe des Vereins Heumilch Schweiz seien der Markenaufbau in der Schweiz, der Aufbau von Absatzkanälen, Marketing in Zusammenarbeit mit Drittländern sowie Qualifikation und Überprüfung der Mitglieder. Es sei wichtig, den Mehrwert von Heumilch zu kommunizieren, so Fatzer weiter. Die Kontrolle werde durch die angestammten Kontrolldienste sichergestellt. Die Finanzierung wird durch die Milchproduzenten und Verarbeiter getragen. Ab Mittwoch, 15. Juni, sind alle Unterlagen und Dokumente auf der Homepage www.heumilch.ch ersichtlich. Das Siegel Heumilch g.t.S. werde erstmals im deutschsprachigen Raum vergeben. Die Referenten betonten, dass in der Schweiz mindesten 100 Millionen Kilogramm Heumilch produziert werden soll.

Unterschiedliche Meinungen

In der anschliessenden Diskussion wurde spürbar, dass vor allem die Milchbauern viele Argumente kritisch betrachten. Auch die Käser beurteilen das Projekt Heumilch sehr unterschiedlich. Schliesslich wurde eine Projektgruppe mit Manuela Vogel (Bildungs- und Beratungszentrum BBZ Arenenberg), Christian Schmutz (vom Dachverband der Schweizer Käsespezialisten Fromarte), Christof Baumgartner (TMP) und Robert Schwarz (Zentralschweizer Milchproduzenten ZMP) gebildet. Der Projektausschuss besteht aus Pirmin Furrer (ZMP), Josef Werder (Fromate), Walter Münger (Kommission Käsereimilch SMP), Jürg Fatzer (TMP) und Donat Schneider (aaremilch).