Herzblut für Frauenfeld

Journalisten sollen Geschichten schreiben und nicht Geschichten machen. Christian H. Köpfer schaffte spielend beides. Der stets ideenreiche und mit feiner Basler Ironie gesegnete Medienschaffende ist am 7. März in seinem 67. Lebensjahr nach geduldig ertragener Krankheit im Kantonsspital gestorben.

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Christian Köpfer (1946 bis 2013). (Archivbild: Armin Menzi)

Christian Köpfer (1946 bis 2013). (Archivbild: Armin Menzi)

Journalisten sollen Geschichten schreiben und nicht Geschichten machen. Christian H. Köpfer schaffte spielend beides. Der stets ideenreiche und mit feiner Basler Ironie gesegnete Medienschaffende ist am 7. März in seinem 67. Lebensjahr nach geduldig ertragener Krankheit im Kantonsspital gestorben.

Köpfer wuchs in Basel auf und wurde Journalist bei der «National-Zeitung». In den 1970er-Jahren arbeitete er als Lokalredaktor während eines halben Jahrzehnts bei der «Thurgauer Volkszeitung». Als grosser Menschenfreund fand er rasch Zugang zur hiesigen Gesellschaft und amtete gleich zweimal als Frauenfelder Obernarr. Er suchte sich als begnadeter Conférencier seine kleineren und grösseren Bühnen.

Seine journalistische Karriere führte ihn als Chefredaktor ins Rheintal und später als Nachrichtenchef bei der «Schweizerische Politische Korrespondenz» nach Bern. In einer Zürcher Kommunikationsagentur erlernte er Mitte der 1980er-Jahre das Handwerk der professionellen PR.

In Frauenfeld gründete er schliesslich seine eigene Agentur. In ihrer Blüte beschäftigte er fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem dozierte er Marketing an der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung in Deutschland, war Lehrer an der ersten privaten Business School der Schweiz und verhalf spröden Managern zu lebhaften Auftritten. Köpfer ist stets ein begeisterter Frauenfelder geblieben. Die Stadt und er haben sich viel zu verdanken. Seine Ideen flossen in viele Projekte, Jubiläen, Feste und Feiern ein.

In den letzten Jahren liess er es etwas ruhiger angehen. Wanderungen und Schreiben traten in den Mittelpunkt. Am Schluss waren es auch Gedichte und Essays, die dem nimmermüden Rentner leicht aus der Feder flossen – und heute unveröffentlicht auf seinem Pult liegen. Vor einem Jahr bekam er den Bescheid, dass er an Blutkrebs erkrankt sei. Bis zuletzt hoffte er, dass er seinem Leben noch jene Zeit abringen könnte, um die angefangenen Arbeiten abzuschliessen. Sie sollte ihm nicht vergönnt sein. Mit Christian H. Köpfer verliert Frauenfeld einen originellen, humorvollen und zu Gemüte gehenden Freund.

Armin Menzi

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