«Herein» – Gallus ruft

Gallus ist gut unterwegs – nicht der Wandermönch, die Organisatoren seines Jubiläums. «Herein» und «Aufgetischt» heisst es in einem Monat zum Auftakt der Gallus-Veranstaltungen.

Regula Weik
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Herein – 30 Gastgeber im St. Galler Klosterviertel öffnen ihre Türen. (Bild: Aus: Festbroschüre)

Herein – 30 Gastgeber im St. Galler Klosterviertel öffnen ihre Türen. (Bild: Aus: Festbroschüre)

ST. GALLEN. Bescheidenheit & Höchstleistung. Weltoffenheit & Bodenhaftung. Engagement & Echtheit. In diesen Spannungsfeldern sieht der St. Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin die Veranstaltungen rund um das Gallusjubiläum. Echt st. gallisch eben. Vielfältig, überraschend, nicht überschwenglich – und verlässlich. So sind auch die Organisatoren im Zeitplan, wie sie gestern vor den Medien versicherten.

Zugänge ermöglichen

Gefeiert wird nicht um des reinen Festens willen. «Wir wollen die Identität und die Werte von Gallus überdenken – und damit auch unsere eigenen», sagt der Stadtpräsident. «Das Jubiläum lässt uns unserer Identität als St. Gallerinnen und St. Galler wieder bewusster werden.»

Das Motto – der Wandermönch Gallus ist vor 1400 Jahren im Steinachtal angekommen – lautet denn auch: «Aufbrechen – Ausstrahlen – Vernetzen». Das Jubiläum soll Impulse geben und verstärken. Und so wird im Jubiläumsjahr beobachtet, protokolliert und multimedial vermittelt, was sich tut und entwickelt.

Ein Fest für historisch Interessierte? Regierungsrätin Kathrin Hilber winkt ab. «Wir wollen zwar den historischen Hintergrund bewusst, aber eben auch erlebbar machen.» Idee der zahlreichen Veranstaltungen im ganzen Kanton ist es, «allen Leuten einen Zugang zu ermöglichen», sagt Kathrin Hilber. Das Jubiläum wird von Kanton und Stadt St. Gallen, Kirchen und Tourismus gemeinsam getragen. Auftakt ist in einem Monat, am 20. April – mit Bundesrat Berset, Gästen aus Irland, Besinnlichem in der Kathedrale, Kunst in der Mülenenschlucht, Fassanstich fürs «Old Style Ale Gallus 612» und nächtlichen 1400 Sekunden Gallus – projiziert ans Regierungsgebäude.

Und so wie Gallus dauernd unterwegs war, so geht auch das Jubiläum ohne Pause weiter. Bis 13. Mai rufen über 30 Gastgeber im St. Galler Klosterviertel über 70mal «Herein»; so sitzt Gallusbiograph Max Schär in der Stube von Walter Eggenberger, liest Matthias Flückiger in der «Töpferschiibe», erzählt Christian Schmid über den «Roten Gallus» im «Drahtseilbähnli». Und am 4./5. Mai wird «Aufgetischt» – Strassenkünstler aus 13 Nationen und ein langer, weissgedeckter Tisch.

Gallus war für die Gegend «nachhaltig», das Jubiläum wird dies auch sein: Es ist ein Besucherzentrum geplant, welches über das Jubiläum hinaus bestehen bleibt – «für die Besucherinnen und Besucher des Unesco-Weltkulturerbes Stiftsbezirk», sagt Stadtpräsident Scheitlin.

Über 200 Veranstaltungen

Das Gallusjubiläum dauert von April bis Oktober. Über 50 Projektverantwortliche bieten im ganzen Kanton mehr als 200 Veranstaltungen an; der Festführer ist 150 Seiten dick. All die Anlässe sind nicht ganz gratis. Das Budget für das Jubiläum beträgt rund drei Millionen Franken. Je 1,25 Millionen steuern Kanton und Stadt bei. 200 000 Franken leistet der katholische Konfessionsteil des Kantons, 30 000 der evangelisch-reformierte.

www.gallusjubilaeum.ch