HERDERN: Unerwartet auf der grossen Bühne

Nebst zahlreichen Schweizer Promis durfte der BMX-Jungprofi Cédric Butti beim «Super-10-Kampf» im Zürcher Hallenstadion auftreten. Er ersetzte einen der drei Fixstarter, der sich beim Aufwärmen verletzte.

Christian Ruh
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Cédric Butti (rechts in Blau) wartet im Final, bis Teamkollegin Joana Heidrich abschlägt. (Bild: Manuel Lopez/PPR)

Cédric Butti (rechts in Blau) wartet im Final, bis Teamkollegin Joana Heidrich abschlägt. (Bild: Manuel Lopez/PPR)

Christian Ruh

christian.ruh@thurgauerzeitung.ch

Eigentlich war vorgesehen, dass Cédric Butti für sein Team nur als Ersatzathlet in den Startlöchern bereitsteht. Weil der 18-jährige Herdermer BMX-Junioren-Welt- und Europameister auf die finanzielle Unterstützung der Schweizer Sporthilfe zählen darf, hat die Organisatorin des «Super-10-Kampf» ihn dafür angefragt.

Es blieb für Cédric Butti aber nicht bei der Ersatzbank, sondern er durfte am vergangenen Freitagabend im Zürcher Hallenstadion vor rund 12000 frenetisch anfeuernden Zuschauern gleich selber mitmachen. Der Freestyle-Skier Luca Schuler verletzte sich leicht beim Aufwärmen, wodurch Butti ins Dreierteam mit dem ehemaligen Skirennfahrer und Olympiasieger Didier Défago und der Beachvolleyballerin Joana Heidrich nachrückte. Jedem der insgesamt sechs Teams wurde eine Farbe zugewiesen, Butti bildete zusammen mit Défago und Heidrich Team Blau.

Prominente, die in Cowboystiefeln oder Pferdekostümen einen Hindernisparcours überwinden: Das war der diesjährige «Super-10-Kampf», welcher unter dem Thema «Wilder Westen» über die Bühne ging. Cédric Butti war auch als Ersatzathlet schon den ganzen Tag über mit seinem Team unterwegs. Als er dann eingewechselt wurde, war er «sehr aufgeregt, aber ich freute mich, mit diesen Topathleten gemeinsam antreten zu dürfen». Die Teilnehmer meisterten verschiedene Spiele, brachten Hindernisparcours hinter sich, suchten Goldnuggets und warfen Hüte auf Kakteen – teilweise verkleidet als Maultier oder Cowboy. «Ich war schon bei den Proben mit dabei, hatte aber nicht bei allen Spielen mitgemacht, da ich ‹nur› der Ersatz war», so der Herdermer. Er hat aber trotzdem genau zugesehen und aufgepasst. Seine Aufregung, sich vor grossem Publikum und vor den Fernsehkameras zu präsentieren, verflog aber rasch.

Niederlage gegen Team Grau im grossen Finale

Team Blau schlug sich würdig. Sie schafften es ins Finale gegen Team Grau, mussten sich dort jedoch geschlagen geben. «Meine Teamkollegen haben mir super Tipps gegeben, weshalb wir es überhaupt erst ins Finale schafften», meint Butti. Es war ein tolles Erlebnis für ihn: «Einen ganzen Tag mit all den berühmten Athleten zu verbringen, war sehr schön.» Es waren etwa Mountainbike-Olympiasieger Nino Schurter, Motocross-Fahrer Jeremy Seewer oder der Thurgauer Radrennfahrer Michael Albasini mit von der Partie. «Ich habe mit einigen von ihnen über ihr Training geredet, es war spannend.»

Nach dem grossen Auftritt kann sich Cédric Butti aber nicht zurücklehnen: «Ich steige im nächsten Jahr in die neue Kategorie Elite im BMX-Sport auf.» Dafür muss er trainieren, um auf dem angeforderten Niveau zu bleiben. Für die Zukunft peilt er hohe Ziele an: «Ich möchte mich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizieren.» Sollte er dieses Ziel verpassen, probiert er es vier Jahre später an den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Beim «Super-10-Kampf» jedenfalls würde er nächstes Jahr auch gerne wieder starten.