Heraus aus der Schockstarre

Toggenburg Sechs Monate nach der Niederlage im Kantonsrat St. Gallen regt sich eine Interessengemeinschaft für das Klanghaus, Toggenburgs Prestige-Projekt. 4000 Personen haben eine Petition unterschrieben.

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Toggenburg Sechs Monate nach der Niederlage im Kantonsrat St. Gallen regt sich eine Interessengemeinschaft für das Klanghaus, Toggenburgs Prestige-Projekt. 4000 Personen haben eine Petition unterschrieben.

Am 1. März, nach der Schlussabstimmung in der Frühlingssession, war das Klanghaus Toggenburg klinisch tot. Doch man vergass den Patienten in der Intensivstation. Dort liegt er noch immer, und im Toggenburg war schon in den Tagen nach dem Aus im Kantonsrat klar, dass man den Entscheid so nicht hinnehmen wollte. Denn aus Sicht der Klanghaus-Befürworter war der Entscheid rein formeller Natur.

Interessenvertreter aus der Region bildeten sofort eine Task-Force. Drei Monate später trat die Gruppe an die Öffentlichkeit, diskutierte mit der Bevölkerung im Toggenburg Ideen und Vorschläge und lancierte eine Petition. Es waren jene Kräfte, die das Projekt aus der Schockstarre lösten. Die damals «da capo Klanghaus» benannte Initiative hat nun Konturen bekommen. «Klanghaus 2.0» will das Projekt im nächsten Jahr nochmals den politischen Weg gehen lassen.

Die Fäden der Task-Force in der Hand hat Matthias Müller, Lichtensteigs Stadtpräsident, Kantonsrat und Präsident der Klangwelt Toggenburg: «Für die Petition <pro Klanghaus Toggenburg> haben wir bis jetzt 4000 Unterschriften vorwiegend im Toggenburg gesammelt. Wir erweitern das Sammelgebiet, Freiwillige gehen in allen Regionen des Kantons auf Sammeltour.»

Niemand lehnt das Projekt grundsätzlich ab

Die zweite Schiene neben der Petition sei das Gespräch mit den Schlüsselfiguren, um die Argumente der Kritiker gegen das Projekt herauszufinden. Auf grundsätzliche Ablehnung stosse das Projekt nirgends. Auch von den Kritikern sei stets gesagt worden, man könne sich vorstellen, das – angepasste – Projekt nochmal durch den politischen Prozess zu bringen. «Auch weil anerkannt ist, dass das Resultat durch die Abwesenheit einiger Kantonsräte unglücklich zustande gekommen ist und das Volk nicht mitbestimmen konnte», sagt Müller. Mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Fachleuten und der Klangwelt Toggenburg habe man nach Lösungen gesucht. Ziel sei, so Müller, dem Regierungsrat im Januar 2017 ein überarbeitetes Projekt vorzulegen. (mhu)