HELIKOPTER: Einmal WEF und zurück

Die Valair in Sitterdorf fliegt während des Wirtschaftsforums prominente Gäste von Zürich nach Davos und retour. Die anspruchsvollen Passagiere verlangen Sicherheit, Zuverlässigkeit und vor allem Diskretion.

Hana Mauder
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Die Robinson R66 Turbine gilt als sicher und zuverlässig. Valair-Piloten fliegen damit die WEF-Prominenz in 40 MInuten von Zürich nach Davos. (Bild: PD)

Die Robinson R66 Turbine gilt als sicher und zuverlässig. Valair-Piloten fliegen damit die WEF-Prominenz in 40 MInuten von Zürich nach Davos. (Bild: PD)

Hana Mauder

hana.mauder@thurgauerzeitung.ch

Es ist eine Frage des Vertrauens. Wenn VIPs sich mit dem Helikopter ans WEF fliegen lassen, soll ihr Flug so sicher und zuverlässig sein wie ein Schweizer Uhrwerk. Diesen Anspruch nimmt man sich bei der Valair in Sitterdorf zu Herzen. «Wir reden nie über unsere Passagiere mit Aussenstehenden», sagt Hansruedi Amrhein. Der Geschäftsführer und Chefpilot weiss, wovon er spricht. Seit zehn Jahren fliegen er und ausgewählte Piloten seiner Crew die WEF-Prominenz von A nach B. Oder genauer: Von Zürich nach Davos und wieder zurück.

Zum Einsatz kommt der Robinson R66 Turbine. Dieser Helikopter gilt als sehr zuverlässig und bietet bis zu vier Passagieren Platz. Zwei- bis dreimal täglich fliegen die Piloten die 40-Minuten-Strecke. Der gute Ruf des in Sitterdorf stationierten Unternehmens spricht für sich. Die Auftragsbücher sind voll.

Diskretion ist das oberste Gebot

«Wir respektieren jeden Gast, der mit uns fliegt. Prominent oder nicht», sagt der 55-jährige Flugprofi. «Für die vielbeschäftigen Leute, die wir ans WEF fliegen, soll die Flugreise eine Zeit der Erholung und Entspannung sein.» Da kommt es schon mal vor, dass ein Passagier bereits nach drei Minuten einnickt und den Flug verschläft. Andere wünschen sich kleine Extras wie ein Sandwich und Mineralwasser im Helikopter. «Wir treffen auf bekannte Gesichter und Namen. Von einigen habe ich sogar die Handynummer. Aber wie gesagt: Diskretion ist oberstes Gebot», meint Hansruedi Amrhein. «Ich kann auch nicht jeden X-beliebigen Piloten einsetzen», hält der Geschäftsführer fest. «Die Anforderungen sind extrem hoch und können nur von ausgewiesenen Berufspiloten erbracht werden.» Er selbst bringt an die 6000 Flugstunden und 27 Jahre Flugerfahrung mit ins Cockpit. Berufspiloten drücken für die erforderlichen Kurse 14-mal pro Jahr die Schulbank.

Die Vorbereitungen für die Flüge ans WEF beginnen bereits im November mit einem Briefing bei der Kantonspolizei Graubünden. Anfang Januar erfolgt die Akkreditierung der Luftfahrzeuge und Piloten. Die Lizenzen und Passdaten der Piloten, die während des WEF in Davos landen möchten, werden auf Herz und Nieren geprüft. Die Daten der Passagiere ebenso.

24 Stunden vor dem eigentlichen Passagiertransport von Zürich nach Davos gilt es dann, einen Flugplan bei der Flugsicherung Skyguide aufzugeben. Circa eine Stunde vor dem Abflug muss der Pilot bei der Schweizer Luftwaffe einen Transponder-Code – er dient zur Identifizierung des Flugzeugs – und eine Missionsnummer beantragen. «Im Raum Walensee müssen wir uns dann mit diesen Angaben melden», erklärt er. «Wer sich nicht daran hält, wird von der Luftwaffe abgefangen.» Eigens für das WEF wird der Luftraum über Davos für den regulären Flugbetrieb grossflächig gesperrt.

Passagiere staunen lassen

Rund 4000 Franken kostet der Flug von Zürich nach Davos. «Davon müssen wir aber sämtliche Aufwendungen bezahlen», sagt Amrhein. Freude bereitet ihm seine Arbeit immer noch. «Selbstverständlich ist das Fliegen für mich ein Beruf und kein Hobby. Aber ich geniesse es, wenn meine Passagiere die Schweiz staunend von oben betrachten.»