Heiter, teilweise bewölkt

FRAUENFELD. Die Verwaltungsrechnung der Stadt Frauenfeld schliesst 2014 mit einem Bruttoertragsüberschuss von 2,4 Millionen Franken ab. Das ist eine halbe Million besser als budgetiert. Dagegen harzt es bei den Steuern von Firmen.

Stefan Hilzinger
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Leicht höhere Schulden: Da der Bruttoüberschuss aus der Verwaltungsrechnung dafür nicht ausreicht, musste sich die Stadt Frauenfeld im vergangenen Jahr zur Finanzierung der Investitionen leicht neu verschulden. (Bild: sgt)

Leicht höhere Schulden: Da der Bruttoüberschuss aus der Verwaltungsrechnung dafür nicht ausreicht, musste sich die Stadt Frauenfeld im vergangenen Jahr zur Finanzierung der Investitionen leicht neu verschulden. (Bild: sgt)

Wenn er sich nun künftig nicht der Juristerei widmen würde, so hätte sich Carlo Parolari gestern als neuer Thomas Bucheli ins Spiel gebracht. Vom Frühling inspiriert, qualifizierte der Frauenfelder Stadtammann die Jahresabschlüsse 2014 von Stadtverwaltung, Werkbetrieben und Alterszentrum mit meteorologischen Begriffen:

«Heiter, mit kleinen Schleierwolken» habe die Verwaltung finanziell abgeschnitten, «strahlender Sonnenschein bei brütender Hitze» gelte für die Rechnung der Werkbetriebe; «bewölkt» dagegen sei der Jahresabschluss des Alterszentrums.

Jünger und günstiger

Bei Aufwänden von total 72,06 Millionen Franken und Erträgen von 74,74 Millionen Franken schliesst die Verwaltungsrechnung mit einem Bruttoertragsüberschuss von 2,4 Millionen Franken ab. Das ist rund eine halbe Million Franken mehr, als das Budget gerechnet hatte. Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat, den Extraüberschuss für ausserordentliche Abschreibungen zu verwenden.

Auf der Ausgabenseite hätten «rigorose Sparmassnahmen» zum bessern Rechnungsabschluss beigetragen. So fiel der Sachaufwand um knapp eine Million Franken tiefer aus als budgetiert. «Bei Dienstleistungen und Honoraren etwa haben wir 400 000 Franken weniger ausgegeben», sagte Finanzchef Reto Angehrn. Beim Personal lag der Aufwand 860 000 Franken unter dem Voranschlag. Hier profitierte die Stadt von sogenannten Mutationsgewinnen, wie es Angehrn formuliert. Auf Ende 2013 ging eine Anzahl langjähriger Angestellter in den Ruhestand, diese wurde mit jüngeren und deswegen vom Gehalt her tiefer eingestuften Personen ersetzt. Ausserdem konnte die Stelle eines Stabsoffiziers für die Frauenfelder Feuerwehr nicht besetzt werden. «Wir haben schlicht niemand Passenden gefunden», sagte der Stadtammann dazu.

Steuereinnahmen lahmen leicht

Abstriche musste die Stadt 2014 bei den Steuereinnahmen machen. Mit knapp 37,1 Millionen Franken lagen diese knapp zwei Millionen unter den Erwartungen und rund 850 000 Franken tiefer als 2013. Unbefriedigend ist die Situation bei den Steuern juristischer Personen, wo unter anderem hohe Rückzahlungen für frühere Jahre fällig wurden. «Wenn es bei einer der sechs grossen Firmen harzt, dann fällt das ins Gewicht», sagte Parolari. Statt der erwarteten 5,8 Millionen flossen 4,4 Millionen Franken. Das sind 600 000 Franken weniger als 2013.

Total nahm die Stadt 2014 zwar weniger an Steuern ein als 2013, aber wieder mehr als 2012, als der Steuerfuss auf 60 Prozent gesenkt wurde.

Tiefer Selbstfinanzierungsgrad

Von den geplanten 15,5 Millionen Franken Investitionen hat die Stadt im vorigen Jahr 80 Prozent oder 12,5 Millionen Franken realisiert, dies allerdings bei einem tiefen Selbstfinanzierungsgrad von knapp 40 Prozent. Um die Investitionen zu bezahlen, hat sich die Stadt um 1,5 Millionen Franken höher verschuldet. Das sei angesichts des Abbaus von Schulden seit 2005 kein Problem, sagte Parolari.

Der Gemeinderat befindet am 20. Mai über die Stadtrechnung.