Heilbad entschuldigt sich nicht

Der Gemeinderat Heiden distanziert sich von den Verantwortlichen, welche einer Gruppe behinderter Kinder den Zugang zum Bad verwehrt haben. Der Geschäftsleiter des Heilbades lehnt eine Entschuldigung vorerst ab.

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Der Druck auf das Heilbad steigt. (Bild: Benjamin Manser)

Der Druck auf das Heilbad steigt. (Bild: Benjamin Manser)

Dicke Post für Heinrich Eggenberger, Geschäftsleiter des Heilbades Unterrechstein: In einem Schreiben fordert die Gemeindebehörde von Heiden, dass das Heilbad Gruppen mit behinderten Menschen künftig wieder uneingeschränkt Zugang gewährt. Gleichzeitig will der Gemeinderat, dass sich Eggenberger bei der Heilpädagogischen Schule Heerbrugg entschuldigt, deren Gruppe mit behinderten Kindern abgewiesen worden war.

«Haltung nicht nachvollziehbar»

«Das Vorgehen des Heilbades hat in mir Enttäuschung und Unverständnis hervorgerufen», erklärt Norbert Näf, Gemeindepräsident von Heiden, auf Anfrage. Das Thema sei im Gemeinderat diskutiert worden – «die Behörde fand: Wir müssen handeln, um unsere Sicht der Dinge darzulegen.» Dies unter anderem deshalb, weil das Bad mit dem Standort und der touristischen Marke Heiden werbe. Zudem ist die Gemeinde Aktionärin der entsprechenden Heilbad-Aktiengesellschaft.

Im Schreiben an den Geschäftsleiter des Heilbades hält Norbert Näf namens der Behörde fest: «Wir können Ihre Haltung nicht nachvollziehen.» Die Integration von Menschen mit Behinderungen sei nicht nur gesetzliche, sondern auch gesellschaftliche Pflicht, welche insbesondere Anbietende von touristischen Dienstleistungen zu erfüllen hätten.

Enttäuschter Geschäftsleiter

Heinrich Eggenberger, Geschäftsleiter des Heilbades Untereggen, hat wenig Verständnis für die gemeinderätliche Stellungnahme aus Heiden: «Ich bin sehr enttäuscht, wie pauschal die Behörde das Thema abhandelt», hält er fest. Eine Entschuldigung gegenüber der betroffenen Schule sei für ihn vorderhand kein Thema, genauso wenig ein Abrücken von der definierten Haltung. Nach Absprache sei es für Gruppen mit behinderten Kindern durchaus weiterhin möglich, zu den gewöhnlichen Öffnungszeiten in Unterrechstein zu baden. «Wichtig ist, dass man miteinander redet, dann findet man auch einen Weg», sagt er. (dwa)