Heidnische Marotten

RESTZUCKER

David Angst
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Es geht schon schwer auf Advent zu, und landauf, landab werden wieder die Weihnachtsbeleuchtungen montiert. Jetzt, wo die Tage kürzer werden, tun die Lichter der Seele gut. An manchen Orten gibt es in dieser Jahreszeit Bräuche, bei denen Räbenlichter herumgetragen werden. Mit dem Christentum haben sie allerdings wenig zu tun.

Halloween oder die Bochselnacht stammen von den Kelten und Germanen ab und sind also heidnischen Ursprungs. Nachdem die Kirche mit Hilfe der Obrigkeit während Jahrhunderten versucht hat, diese Marotten auszumerzen, hat sie sich mittlerweile damit abgefunden. Sie ist ja tolerant.

Aber was sich einige gottlose Gesellen diese Woche in Romanshorn geleistet haben, das geht dann doch entschieden zu weit. In der katholischen Kirche hat es am Dienstagabend gequalmt – und der Beichtstuhl stand in Flammen. Die Kantonspolizei geht von Vorsatz aus. Da liegt sie höchstwahrscheinlich richtig. Es kommt nämlich selten vor, dass ein Beichtstuhl einfach so aus Versehen zu brennen beginnt. Es sein denn, ein Ministrant habe beim Nielenrauchen versehentlich ein Stück Glut verloren.

Den Brandstiftern sei an dieser Stelle wärmstens empfohlen, den Tatort noch einmal aufzusuchen. Am besten, wenn ein Pfarrer anwesend ist. Um ihm dann zu erzählen, was sie sich bei ihrer Tat gedacht haben. Und ihn um Verzeihung zu bitten. Es könnte sonst sein, dass sie zur Strafe in der Hölle schmoren werden.

David Angst

david.angst

@thurgauerzeitung.ch