Hauptsache, es knallt

Verzicht ist der neue Luxus – das beweisen auch Bilder dieser Woche. Auf einem Bild sieht man, dass die neue Bushaltestelle vor der Kartause noch keinen Unterstand hat. Wenn man bedenkt, worauf einst die Kartäusermönche verzichten mussten, scheint dieses Opfer aber verkraftbar zu sein.

David Angst
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Verzicht ist der neue Luxus – das beweisen auch Bilder dieser Woche. Auf einem Bild sieht man, dass die neue Bushaltestelle vor der Kartause noch keinen Unterstand hat. Wenn man bedenkt, worauf einst die Kartäusermönche verzichten mussten, scheint dieses Opfer aber verkraftbar zu sein.

Auf dem anderen Bild sieht man Soldaten, die mit einer Haubitze schiessen. Es handelt sich um den Geschützzug Frauenfeld, der im Schollenholz sein 20jähriges Bestehen feiert. Die Kanoniere verzichten darauf, scharfe Granaten zu verschiessen. Hauptsache, es knallt und blitzt wie echt.

Bei den Nominationen des Regierungsrates für den Bankrat der Kantonalbank hofft man, dass es dieses Mal kein Rohrkrepierer wird. Dass die eine Kandidatin ausgerechnet Brandenberger heisst, muss nicht bedeuten, dass der Baum noch einmal Feuer fängt. Der Knalleffekt ist dem Regierungsrat aber gelungen.

Zunder steckt auch in der Ankündigung der katholischen Pfarrei Kreuzlingen, die Autorin Gabriele Kuby als Referentin einzuladen. Sie vertritt die vielleicht doch etwas provokative These, dass Empfängnisverhütung, Kinderkrippen, Harry Potter und ähnliches Zeugs den Menschen, und speziell die Frau, nicht freier, sondern abhängig machten. Verzicht sei der wahre Luxus. Wie laut es gestern beim Vortrag geknallt hat, war beim Verfassen dieser Zeilen noch nicht bekannt.

Damit auf den Kreuzlinger Pausenplätzen weder geknallt noch Inventar beschädigt wird, sind dort nun Kameras installiert worden. Die neue Überwachungsanlage sei knillstark, sagt Schulpräsident René Zweifel. Dank ihr könnten die Lehrerinnen und Lehrer während der Pause auf die mühsame Pausenplatzaufsicht verzichten und sich vom Unterricht erholen.

Nun sei geplant, auch in den Klassenzimmern Kameras zu installieren. Dann könne man die Schüler gleich von der Schaltzentrale aus überwachen und per Videopräsentation unterrichten. Damit könnte dann ein schöner Teil der Lehrpersonen eingespart werden.

david.angst@thurgauerzeitung.ch

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