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HAUCHDÜNN: Schlechte Noten für Kontrolleure

Kantonsräte aus fünf Parteien wollten den finanziellen Aufwand für Schulaufsicht, Schulentwicklung und Schulevaluation hinunterschrauben. Sie scheiterten erst am Stichentscheid der Grossratspräsidentin.
Christian Kamm
«Es schaut zu wenig heraus»: Mit der Arbeit der Thurgauer Schulevaluation sind viele im Grossen Rat unzufrieden. (Bild: Ralph Ribi)

«Es schaut zu wenig heraus»: Mit der Arbeit der Thurgauer Schulevaluation sind viele im Grossen Rat unzufrieden. (Bild: Ralph Ribi)

Christian Kamm

christian.kamm@thurgauerzeitung.ch

Eine Million Franken wollten die Motionäre in jener Abteilung des Volksschulamtes einsparen, die sich der Qualitätssicherung in der Schule verschrieben hat. Denn: «Eine Anpassung der Qualitätssicherung hin zum ‹best practice› bei ‹low cost› wäre ein Gewinn für alle Beteiligten.» Die Erfahrungen aus den geleiteten Schulen rechtfertigten den Abbau von Kantonskapazitäten.

Zwar verwies die Regierung in ihrer Antwort auf die eigenen Anstrengungen, welche das Volksschulamt im Rahmen einer Strukturüberprüfung in diesem Bereich unternimmt. Und dass bereits Massnahmen mit einem Sparpotenzial von 700000 Franken am Laufen seien. Gleichwohl lehnte sie die Leistungsmotion ab. Sie trage den bereits eingeleiteten Schritten zu wenig Rechnung «und überrollt einen laufenden Prozess».

«300000 Franken sind auch noch zu schaffen»

Gerade weil schon 700000 Franken aufgegleist seien, liessen sich auch die restlichen 300000 noch erreichen, zeigten sich die Befürworter des Vorstosses überzeugt – «und das sozialverträglich und ohne Qualitätseinbussen.» Die Regierung flüchte sich in «effekthascherische Drohgebärden», kritisierte Reto Lagler (Ermatingen) für die Mehrheit von CVP/EVP. Es gelte nun, das «Momentum» zu nutzen. «Erziehungsdirektorin Monika Knill sollte unseren Steilpass aufnehmen», pflichtete Ueli Fisch (GLP, Ottoberg) bei. Man sei auf einem guten Weg, «aber es gibt noch Luft nach oben». Qualität sei keine Frage der Quantität, brachte Schulleiter Urs Schrepfer (SVP, Busswil) ein auf dieser Seite viel gehörtes Argument ins Spiel. Die SVP sei mehrheitlich für die Motion. Joe Brägger (GP, Amriswil) hielt die Stossrichtung der Leistungsmotion für gerechtfertigt, jedoch sei die Forderung nach einer Millionen-Einsparung kein probates Mittel, weshalb die Grünen den Vorstoss ablehnten. Allerdings berichtete auch Sekundarlehrer Brägger aus seinem beruflichen Umfeld über Zweifel an der Schulevaluation. Man spreche dieser zwar nicht grundsätzlich die Berechtigung ab. «Es schaut aber zu wenig heraus.»

«Den Bogen überspannt»

Die SP zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit der Antwort der Regierung, obwohl Sprecher Walter Hugentobler (Matzingen) auch Verständnis für die Kritik am engen Kantonskorsett in der Qualitätssicherung durchblicken liess. Vorbehaltlos stellten sich FDP und EDU hinter die Haltung der Kantonsregierung. «Diese Leistungsmotion überspannt den Bogen», sagte FDP-Sprecherin Kristiane Vietze (Frauenfeld). Mit dem geforderten Abbau der Qualitätssicherung in der Schule werde die Chancengleichheit der Kinder beeinträchtigt. Kontrolle sei nie beliebt, aber «sie ist die Grundlage von Qualität.»

Regierungsrätin Monika Knill nahm die Kritik, dass bei der Schulevaluation zu wenig herausschaue, auf: «Genau das wollen wir ändern.» Der aktuelle Chef des Amtes für Volksschule habe aus eigener Überzeugung «und mit meiner Unterstützung» einen amtsinternen Strukturanpassungsprozess eingeleitet. «Wir sollten nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.» Zudem habe das Amt seinen Aufwand von 16 Millionen Franken (2005) auf 13,8 Millionen (2013) gesenkt.

Die Abstimmung endete mit einem Patt (57 zu 57), das Grossratspräsidentin Heidi Grau (FDP, Zihlschlacht) per Stichentscheid in ein Nein verwandelte.

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