Harte Zeiten für Exportwirtschaft

Zur 55. Jahresversammlung des Arbeitgeberverbandes Südthurgau fanden sich gut 50 Mitglieder ein. Vorgängig konnte man sich ein Bild von der äusserst erfolgreichen Firma Corvaglia machen – sie stellt Verschlüsse für PET-Flaschen her.

Christoph Heer
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Romeo Corvaglia hält ein Referat über seine Firma. Martin Model leitet anschliessend die Jahresversammlung des Arbeitgeberverbandes. (Bild: Christoph Heer)

Romeo Corvaglia hält ein Referat über seine Firma. Martin Model leitet anschliessend die Jahresversammlung des Arbeitgeberverbandes. (Bild: Christoph Heer)

ESCHLIKON. Martin Model, Präsident des Arbeitgeberverbandes Südthurgau und Inhaber der Eschlikoner Recyclingfirma Inno Plastics, freute sich, die gut 50 anwesenden AGV-Mitglieder im Saal des Restaurants Löwen zu begrüssen. Der Arbeitgeberverband zählt aktuell 80 Firmen, deren Anzahl Mitarbeiter beläuft sich auf 4589. Dazu absolvieren insgesamt 282 Lehrlinge ihre Lehrzeit in einer dieser Firmen im Südthurgau.

Auch sechs Gönnermitglieder sind stolze Unterstützer des AGV. Martin Model eröffnete den offiziellen Teil mit einigen Worten und Anekdoten über die Prognosen der Schweizer Wirtschaft. «Was auffällt, ist die Tatsache, dass wir uns in einem Bauboom befinden. Dies auch wegen der steten Zuwanderung. Aber aufgepasst, nicht alle befinden sich auf der Gewinnerseite wie die Baubranche, es gibt auch eine Kehrseite der Medaille.»

Die Sache mit dem Export

Martin Model sagte, dass das Exportwesen generell nicht auf einem schlechten Weg ist. «Aber für die Thurgauer Exportwirtschaft erwarten wir schon schwierigere Zeiten.» Er malte jedoch nicht schwarz und betonte, dass bereits wenige Unternehmen in unserer unmittelbaren Umgebung für bessere Zahlen sorgen können.

Als Kehrseite des «Beschäftigungswunders» betitelte er die Tatsache, dass im Gesundheitswesen ein rasanter Höhenflug im Gange ist, die Industrie und das Gastgewerbe aber mit gewaltigem Abbau zu kämpfen haben. «Ich bin alarmiert, denn immer noch macht die Industrie unseren Wohlstand und unsere Wertschöpfung aus; geben wir auf sie acht.» Auf einer Folie zeigte er auf, wie die Umstände in Zahlen aussehen. «Knapp die Hälfte aller Exporte entfallen auf Maschinen, Metalle, Apparate und Elektronik». Als Fazit erörterte Model, dass als Folge der Zuwanderung der private- und der staatliche Konsum sowie der Bau an Wirtschaftswachstum gewinne. «Die Industrie und der Export hingegen leiden.»

Ein Wort zur Politik

Des Weiteren wurden an der Jahresversammlung die Verselbständigung des KEEST (Kompetenz-Zentrum Erneuerbare Energie), der neue Internet-Auftritt des AGV und die GPV (Genossenschaft für Personalvermittlung) behandelt. Insbesondere der neue Internetauftritt, welcher in wenigen Wochen aufgeschaltet wird, dürfte Lust auf mehr machen, die ersten Bilder davon sind sympathisch und übersichtlich.

Abschliessend informierte Peter Maag über den neu gegründeten Verein «Start Netzwerk Thurgau». Dieser fördert Jungunternehmer und wird unterstützt durch die IHK Thurgau. Danach folgten spannende Gespräche und Diskussionen, während der Apéro riche, offeriert von der Firma Corvaglia, serviert wurde.

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