Hardrocker und Songwriter zum Fünfjährigen

Ein lautstarkes und rauschendes Geburtstagsfest feierten die rund 60 Besucher des Musikclubs AA-Jam am Freitagabend in Aadorf. Für den energiegeladenen Sound sorgten die drei Bands: Catfish aus dem Oberthurgau, Nils Burri aus dem Bernbiet und Watch my hair aus dem Bündnerland.

Rudolf Steiner
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Bassist Markus Bauer und Gitarrist Antonio Campitelli von der Oberthurgauer Band «Catfish». (Bild: Rudolf Steiner)

Bassist Markus Bauer und Gitarrist Antonio Campitelli von der Oberthurgauer Band «Catfish». (Bild: Rudolf Steiner)

AADORF. Es begann spät und es dauerte bis zur Zugabe der vier Bündner Rockmusiker von Watch my hair um zwei Uhr in der Nacht auf Samstag, das Geburtstagsfest zum fünfjährigen Bestehen des Aadorfer Musikclubs AA-Jam. Aber je später der Abend oder die Nacht, desto mehr stieg die Temperatur mit den treibenden Riffs und Beats der drei allesamt überzeugenden Bands im kleinen, überschaubaren Clublokal. Zur Feier des Tages kredenzten die Organisatoren um Patrick Pickert und Markus Schaffer zum kleinen Jubiläum prickelnden Prosecco und selbstgebackenen Happy-Birthday-Kuchen.

Ebenfalls hausgemacht, aber auf gar keinen Fall hausbacken oder blasiert war der Auftritt der das Konzert eröffnenden Oberthurgauer Rockband Catfish um Sänger und Gitarrist Antonio Campitelli, die die undankbare und nicht leichte Aufgabe hatten, mit ihren schnörkellosen eigenen Rocksongs dem langsam eintreffenden Publikum einzuheizen und es in Feststimmung zu versetzen.

Mundartrock auf Englisch

Eine halbe Stunde vor Mitternacht schlug dann die Stunde des charismatischen Berner Oberländer Singer-Songwriters und Gitarristen Nils Burri und seiner beiden Mitmusiker Philipp Bühlmann (Bass) und Schlagzeuger David Jutzi aus dem beschaulichen Emmentaler Gotthelf-Dorf Lützelflüh, der mit seinem spontanen Vogellisi-Rap so absolut gar nichts Gemeinsames mit dem Berner Pfarrer und Heimatschriftsteller hat und das AA-Jam in ein vibrierendes, mitsingendes Tollhaus verwandelte. Obwohl mit dem erfolgreichen Berner Mundartrock von Züri West, Patent Ochsner und Stiller Has überhaupt nichts am Hut habend, überzeugte das Trio mit seiner energiegeladenen Bühnenpräsenz. Vor allem der ehemalige Eishockeyspieler Burri punktete mit seinem spitzbübischen Charme nicht nur bei den Zuschauerinnen.

Rockiges aus dem Bündnerland

Das Tüpfchen aufs «i» setzten dann einiges nach der Geisterstunde die vier urchigen Bündner Rocker Andreas Süsstrunk (Guitars), Michael Reimann (Bass), Simon Riederer (Drums) und Enes Berisha (Vocals, Guitars) mit ihrem explosiven Indierock gemäss dem Motto «Hear my Songs».

Was vor fünf Jahren dank der Initiative einiger Musikfreaks mit dem AA-Jam als zartes Pflänzchen begann, hat sich innerhalb eines halben Jahrzehnts zu einer veritablen Adresse in der öden Veranstalterlandschaft entwickelt, bei der die Bands, auch wenn sie allesamt ohne Gage auftreten, mittlerweile Schlange stehen.