Hand in Hand von Kaff zu Kaff

FRAUENFELD. Das Kulturlokal Kaff muss sich nach acht Jahren neue Räumlichkeiten suchen. Um auf ihren Existenzkampf aufmerksam zu machen, sollte am Samstag eine Menschenkette vom bisherigen zum Wunsch-Standort an der Rheinstrasse gebildet werden. Am Ende fehlten knapp 200 Meter.

Rahel Haag
Drucken
Teilen
Mit einer Menschenkette demonstrieren die Kaff-Besucher für ein neues Kulturlokal. Hier in der Zürcherstrasse zwischen der katholischen Kirche und dem «Scharfen Eck». (Bild: Stefan Beusch)

Mit einer Menschenkette demonstrieren die Kaff-Besucher für ein neues Kulturlokal. Hier in der Zürcherstrasse zwischen der katholischen Kirche und dem «Scharfen Eck». (Bild: Stefan Beusch)

Vor der Stadtkirche St. Nikolaus in Frauenfeld bildet sich am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr eine Menschentraube. Es handelt sich dabei um Kaff-Besucher und Sympathisanten des Kulturlokals, um gemeinsam eine Menschenkette zu bilden. Rund 300 Freiwillige werden dazu benötigt. «Ganz so viele werden es wohl nicht», sagt Kaff-Präsidentin Nora Beck mit einem Blick auf die Versammelten. Man werde sehen, ob es dennoch reiche.

Rund zehn Minuten später fällt der Startschuss und die Anwesenden reichen sich die Hände. Die Arme weit ausgebreitet stehen sie in der Altstadt und bangen, ob es am Ende klappen wird. Einige Passanten bleiben stehen, um sich das Treiben anzusehen, und werden prompt aufgefordert, mitzumachen. Die meisten winken ab und auch die wenigen, die sich in die Kette einreihen, genügen nicht. Bei der Rathaus-Apotheke ist endgültig Schluss.

Die letzten Meter zu Fuss

Gegen 15.30 Uhr wird durchgezählt – immerhin 180 Menschen. Danach setzt sich die Kette in Bewegung und legt die letzten Meter Hand in Hand zurück. Nach einem Schlussapplaus werden alle zu einem Umtrunk ins Kaff eingeladen.

Unterstützung aus Winterthur

Obwohl das Ziel um knapp 200 Meter verfehlt wurde, ist die Stimmung im Kulturlokal gut. Anja Bernhaut (22) ist extra aus Winterthur gekommen, um das Kaff zu unterstützen. «Ich bin in der Nähe von Frauenfeld aufgewachsen und komme auch heute noch regelmässig ins Kaff», sagt sie. Hier fühle sie sich einfach wohl. Auch der 21jährige Niels Rasing wollte unbedingt dabei sein. «Ich fand es toll», sagt er. Dass das Ziel nicht erreicht wurde, stört den Frauenfelder nicht. «Die Menschenkette hat gezeigt, wie viele Leute sich für das Kaff interessieren.» Das sei die Hauptsache. Für ihn steht fest: «Frauenfeld braucht das Kaff.» Die 22jährige Sarah Kullo hat die Aktion knapp verpasst. «Ich hatte noch Tanz-Training und kam leider zu spät», sagt sie. Seit rund fünf Jahren komme sie regelmässig ins Kaff.

Kaff-Präsidentin Nora Beck lässt den Tag im Kulturlokal ausklingen. Sie sei zufrieden mit der heutigen Aktion. «Ich danke allen, die heute gekommen sind.»