Halloween kann wieder lachen

FRAUENFELD. Noch vor wenigen Jahren hatte keiner mehr Lust auf Halloween. Seit einiger Zeit wird der Brauch jedoch beliebter. In Frauenfeld gibt's Halloweenverkleidung nun auch wieder in der Migros.

Martin Rechsteiner
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Eine Kürbisdekoration an Halloween ist sehr beliebt. Doch mehr als Deko boomt neu Gruselverkleidung. (Bild: fotolia)

Eine Kürbisdekoration an Halloween ist sehr beliebt. Doch mehr als Deko boomt neu Gruselverkleidung. (Bild: fotolia)

Halloween steht bald vor der Tür und damit im wahrsten Sinne auch verkleidete Kinder, die nach Süssigkeiten fragen. «Süsses oder Saures», heisst es da oder «trick or treat», wie es der Brauch aus den USA originalgemäss vorschreibt.

Ein Auf und Ab

Dabei stand es in der Schweiz bis vor kurzem schlecht um das Halloweenbrauchtum. Die Leute hatten kein Interesse mehr an Kürbisfratzen und Hexenkostümen, das Geschäft um Halloween flachte ab. «Kürbis schlägt Halloween – der Boom des aus den USA importierten Brauchs ist vorbei», titelte vor vier Jahren die NZZ. «Der Spuk ist langsam vorbei», sagte der «Landbote», und auch die «Südostschweiz» kam zum Schluss: «Allerheiligen ist top, Halloween ein Flop.»

«Auch wir haben zu der Zeit eine Abflachung des Trends beobachtet», sagt Konrad Kuhn vom Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel. «Halloween wurde bei uns in den 90er-Jahren populär, besonders bei Erwachsenen. Beliebt waren damals vor allem Parties», sagt er. Dieser Trend habe um das Jahr 2010 aber einen Knick erlebt. Nach kurzer Zeit hätten jedoch die Kinder Halloween für sich entdeckt. «Das Hausieren für Süssigkeiten an Halloween ist in den letzten paar Jahren populärer geworden, der Brauch ist wieder in», sagt Kuhn.

Verkaufszahlen steigen wieder

Die gleiche Sprache wie der Experte spricht der Verkauf: «Seit letztem Jahr haben wir wieder Halloweenartikel in unseren grösseren Filialen», sagt Natalie Brägger von der Migros Ostschweiz. Im Kanton Thurgau sei es aber nur die Migros-Filiale in Frauenfeld, die ein kleines Halloweensortiment habe, so Brägger.

Etwas konkreter klingt es bei Coop: «Wir verzeichnen seit zwei bis drei Jahren [...] eine positive Entwicklung beim Halloweengeschäft und sind auch in diesem Jahr sehr gut gestartet.» Jedoch sei früher vor allem Halloweendekoration gefragt gewesen, jetzt seien insbesondere Verkleidungen und Zubehör populär, heisst es bei Coop.

Noch stärker spürt Nertila Marke das erneute Aufflammen des Trends. Sie arbeitet für den «World of Party»-Shop in Amriswil, ein Laden für Partyzubehör und Verkleidungen. «Die Nachfrage nach Halloweenartikeln war in den letzten drei Jahren so gross wie noch nie», sagt Marke, die seit zehn Jahren in dem Laden arbeitet. «Besonders in der Woche vor Halloween haben wir immer sehr viele Kunden.» Da Halloween dieses Mal auf einen Samstag falle, erwarte sie in diesem Jahr besonders viele Leute in ihrem Shop, die sich nach Hexenhüten, Vampirmasken und dergleichen umsehen.

Deshalb ist es kaum verwunderlich, wenn auch dieses Jahr zu Halloween wieder mehr kleine Hexen, Vampire und Geister vor der Tür stehen und fragen: «Süsses oder Saures?»