Hallo Geist, bist du da-a?

FRAUENFELD. Was wäre, wenn ein Gespenst im Schloss Frauenfeld sein Unwesen triebe? Vier Geisterjäger aus Konstanz machen sich in dunkler Nacht auf die Suche. Aber während ihrer vierstündigen Aktion finden sie … nichts.

Alexandra Looser
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Freitagabend. Draussen ist es dunkel. Und kühl. Die Uhr zeigt 20:30. Dani Hungerbühler versammelt seine Truppe in den 780-jährigen Gemäuern von Schloss Frauenfeld. Auf den schwarzen Team-Shirts tragen die Männer und Frauen aus Konstanz ihre Namen: Dani, Tom, Petra, Regina und das Logo der Firma «PGH» – Paranormal Ghosthunters. Kein Zweifel: Hier sind Geisterjäger unterwegs.

Die vier spazieren von Raum zu Raum. Auf den Spuren längst verstorbener Ritter? Böser Richter? Ehemaliger Vögte? Vorbei geht's am Stadtwappen – dem «Fräuli mit dem Leuli». vorbei geht's an Harnischen, Luzernerhammer – und modernen Luftbefeuchtern.

Einer muss für die Sicherheit des Schlosses zuständig bleiben. Und das ist Patrice Tornare, der Hauswart. Er heftet sich der Truppe an die Fersen. «Nicht, dass sie am Ende noch etwas kaputtgemacht oder mitgenommen hätten.»

Im Sommer 2012 meldete sich die Geisterjägertruppe bereits an. Sie bezeichnen sich selbst als «Hobbyjäger des Paranormalen». Sie wollten wissen und nachfühlen, wie es sich mit der Geistersituation im Schloss Frauenfeld verhält. «Dabei habe ich nie irgendetwas mitbekommen, keinen Spuk, keinen Schatten, kein Geklopfe, gar nichts», sagt Tornare, der seit einem Jahr für die Pflege und Sicherheit des Schlosses sorgt. Sowieso würde er nicht an Geister glauben.

Geisterjäger im Schloss Frauenfeld. (Bild: pd)

Geisterjäger im Schloss Frauenfeld. (Bild: pd)

Auch Gabriele Keck, Museumsdirektorin und Tornares Chefin hält nichts von Gespenstern. «Ich glaube nicht an fremde Wesen, insofern hatte ich auch keinerlei Erwartungen», dass jemand im Schloss etwas Aussergewöhnliches finden würde.

Trotzdem war Tornare mit den vier Jägern im Schloss unterwegs – in der Nacht auf den 1. Dezember. Ab und an klingelte etwas. Sein Telefon: «Gibt's einen Geist? Geht's dir gut?» Was wohl gewesen wäre, wenn sich tatsächlich etwas hätte blicken lassen? «Daran habe ich keine Sekunde geglaubt», sagt Tornare: «Aber schön, dass sich meine Chefin um mich sorgte.»

Mit Technik und sechstem Sinn

Damit das Nichtvorhandensein paranormaler Wesen aber wissenschaftlich völlig ausgeschlossen werden kann, fahren die Geisterjäger viel Technik auf und einen sechsten Sinn. «Sie stellten Laptops auf und Infrarotkameras», sagt Tornare: «Sie hatten Tonbandgeräte dabei und ein Medium: Das war die Petra.»

Diese nahm vom Kinderzimmer bis zum Waffenkeller sämtliche Schwingungen in den Räumen in sich auf. «Hier spüre ich ganz deutlich etwas», soll sie im Gerichtssaal und im Waffenkeller gesagt haben. «Darum stellten die Geisterjäger also zuerst im Gerichtssaal einen Laptop auf, aber als klar war, dass sie nichts finden würden, gingen sie weiter in den Keller», sagt Tornare.

Dort hätten sich alle in einem Kreis auf den Boden gehockt und versucht, die Geister zu kontaktieren. Die Wesen hätten ihnen auf die Schulter oder an die Wand klopfen sollen oder sich sonst irgendwie bemerkbar machen dürfen. «Sie fragten nach Namen, ob jemand da sei.» Doch die Wände blieben still und niemand berührte jemandes Schulter.

Böse Geister klopfen auf Kopf

Da hätten sie aber schon anderes erlebt, erzählten die Geisterjäger dem Hauswart Tornare. Geister können böse sein und einem sogar auf den Kopf hauen. Wobei man dann die Suche abbrechen müsse. Aber nicht nur böse Geister treiben zum Auf- und Abbruch. Auch inexistente. Nach viereinhalb Stunden brachen die Geisterjäger ab. Im Bericht der Geisterjäger heisst es: «Während der Untersuchung verfolgte uns das Gefühl, dass in der Waffenkammer <etwas> sein muss, doch die Untersuchungsergebnisse brachten leider nicht die Bestätigung unserer Emotionen.»

Bleibt Schloss Frauenfeld weiterhin geistfrei? «Ob das Schloss nun über Phänomene verfügt oder nicht, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Zumindest haben wir keine verwertbaren Ergebnisse erhalten», heisst es auf der Homepage der Geisterjäger.

Schoss Frauenfeld: Klopfen Geister im Gemäuer? (Bild: Reto Martin)

Schoss Frauenfeld: Klopfen Geister im Gemäuer? (Bild: Reto Martin)

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