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HALINGEN: Enteignungen als letzter Ausweg

Noch fehlt das Herzstück des Regionalen Radwegs, welches die Sicherheit der Schüler auf ihrem Schulweg gewährleisten soll. Nun liegen die Pläne der dritten Etappe auf. Anwohner leisten aber Widerstand.
Samuel Koch
Eine Schülerin fährt mit ihrem Velo entlang der Thundorferstrasse bis zur Sekundarschule. (Bild: Reto Martin)

Eine Schülerin fährt mit ihrem Velo entlang der Thundorferstrasse bis zur Sekundarschule. (Bild: Reto Martin)

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

Es könnte hart auf hart kommen. Aktuell liegen die Pläne der dritten Etappe des Regionalen Radwegs zur Schulsicherheit der Sekundarschule Halingen auf, an welcher Schüler der Gemeinden Matzingen, Stettfurt und Thundorf die Schulbank drücken. Primär betroffen vom noch fehlenden Teilstück zwischen Staudenhof (siehe Karte, Übergang 2. zur 3. Etappe) und Sek Halingen sind die Thundorfer Schüler.

Nebst den Plänen für das Herzstück des Radwegs bei der zuständigen Gemeinde Matzingen liegt bis Anfang März auch ein sogenannter Landerwerbs- und Enteignungsplan öffentlich auf. Denn seit Jahren torpedieren Anwohner von Halingen die kantonalen Pläne für den Veloweg. Kurz vor dem Bau zur zweiten Etappe zwischen Thundorf und Staudenhof eingangs Halingen lenkten die Anwohner gerade noch rechtzeitig ein, wie Marc Rudolf, Leiter Strassenbau beim kantonalen Tiefbauamt sagt. «Betreffend dritter Etappe konnten mit den Landbesitzern trotz vieler Gespräche noch keine Einigungen erzielt werden», ergänzt er. Die Eigentümer würden Abstriche punkto Sicherheit, Lärm oder allenfalls durch Schüler verursachten Abfall befürchten. Über mögliche Enteignungen der laut Planungspapieren vorgesehenen rund 1400 Quadratmetern Landwirtschaftsland entscheidet gemäss kantonaler Gesetzgebung die Enteignungskommission. «Wir hoffen nach wie vor nicht, dass sie zum Einsatz kommt», sagt Rudolf.

Nach der Planungsphase hat sich aus drei erarbeiteten Varianten zwischen Staudenhof und dem Schulgebäude eine herauskristallisiert, die zu einem Drittel nicht entlang der Hauptstrasse, sondern über Wiese und Landstrasse führt. «Die beiden anderen Varianten haben in Sachen Direktheit schlecht abgeschnitten», sagt Rudolf. So müssten dort die Schüler zusätzliche Steigungen und Umwege in Kauf nehmen. «Das könnte dazu führen, dass der Veloweg zwar gebaut, von den Velofahrern aber nicht genutzt wird», sagt Rudolf.

Pro Velo Thurgau bevorzugte ebenso die nun konkret geplante Lösung. «Sie erscheint uns optimal, weil sie Konflikt- und Gefahrenpunkte umgeht, welche bei einer Führung des Velowegs entlang der Hauptstrasse durch den Weiler Halingen entstehen würden», schreibt Pro Velo in ihrer Stellungnahme. Geht alles nach Plan des kantonalen Tiefbauamts und gehen nicht noch Einsprachen ein, steht der Bau der dritten Etappe im Herbst bevor.

Sicherheit der Schüler für Schulbehörde im Fokus

Markus Müggler, Präsident der Sekundarschule Halingen, zeigt sich erleichtert, dass es nun vorwärts geht. «Das Thema Radweg beschäftigt uns schon fast 30 Jahre», sagt er. Für die Schule stünde die Sicherheit der Schüler im Zentrum. Auch wenn die Schulbehörde in der Umsetzung der kantonalen Pläne «eigentlich nur Bittstellerin ist», gelte es sich für die Verkehrssicherheit einzusetzen. Am liebsten wäre es Müggler gewesen, dass die Schüler entlang der Hauptstrasse zur Schule hätten fahren können. «Die engen Platzverhältnisse und die unübersichtliche Passage durch den Weiler schränkten die Sicherheit jedoch ein.» Deshalb hofft Müggler nun, dass es trotz angedrohter Landenteignungen nicht so weit kommt. «Eine gemeinsame Lösung braucht auch gegenseitiges Verständnis und den Mut zur Lösung fürs Allgemeinwohl.»

Um die finale Etappe nach dem Bau definitiv zu vervollständigen, legt die Schulbehörde an der Gemeindeversammlung im März Pläne für einen weiteren Veloständer nördlich der Sekundarschule vor.

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