HALINGEN: Bau der zweiten Etappe beginnt

Am Montag starten die Bauarbeiten des Radwegs zwischen Thundorf und Halingen. Es ist die zweite Etappe, die nun nach vielen Verzögerungen gebaut wird. Weil sich ein Landbesitzer wehrte, musste ihm fast sein Land enteignet werden.

Samuel Koch
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Die Tafel des kantonalen Tiefbauamtes am südlichen Ortsausgang von Thundorf weist auf die baldige Baustelle hin. (Bild: Mathias Frei)

Die Tafel des kantonalen Tiefbauamtes am südlichen Ortsausgang von Thundorf weist auf die baldige Baustelle hin. (Bild: Mathias Frei)

HALINGEN. In Kürze fahren die Bagger auf. «Endlich», sagt Markus Müggler. Der Schulpräsident der Sekundarschule Halingen musste sich lange gedulden, bis der Bau der zweiten Etappe des Radwegs zwischen Thundorf und Halingen feststand. Müggler macht sich seit Jahren für die Sicherheit der Schüler auf ihrem Schulweg stark. «Viele Eltern sind glücklich, dass es jetzt weiter vorwärtsgeht», sagt er.

Rund 150 Kinder und Jugendliche aus Matzingen, Thundorf und Stettfurt drücken an der Sekundarschule Halingen die Schulbank. Die Sicherheit der Matzinger gewährleistet ein Radweg, der seit 2002 besteht (siehe Grafik). 2010 folgte die erste Etappe zwischen Lustdorf und der Sekundarschule Halingen mit einem Teilstück zwischen Lustdorf und Thundorf. Nun startet mit dem Bau des rund 1,6 Kilometer langen Radwegstücks zwischen Thundorf und Oberhalingen die zweite Etappe.

Lösung kurz vor Enteignung

Vor zehn Jahren haben die Bemühungen für dieses Teilstück begonnen. 2010 wurde das Projekt in den Finanzplan des Kantons aufgenommen. «Die zweite Etappe des Radwegs hat monatelang nicht zuoberst auf der Prioritätenliste des Kantons gestanden», sagt Markus Müggler. Zwar habe er Verständnis dafür, dass es auch andere gefährliche Stellen im Kanton gebe. «Aber gerade auf dieser Kantonsstrasse fahren viele Autofahrer zu schnell», sagt Müggler. Ende 2011 gehen Einsprachen gegen das Teilstück ein, das auf landwirtschaftlichen Zonen südöstlich neben der Kantonsstrasse geplant ist. Einer der Landbesitzer wehrt sich mehrere Jahre, sein Land für den Bau des Radwegs zur Verfügung zu stellen. Der Thurgauer Regierungsrat schaltet sich ein und beantragt eine Enteignung, wie unsere Zeitung berichtete. Es kommt zu einem Enteignungsverfahren, bis der Landbesitzer kurz vor der Enteignung einlenkt und dem Kanton sein Land verkauft. «Wir konnten kurz vor der Enteignung eine Lösung finden», sagt Marc Rudolf vom kantonalen Tiefbauamt.

Einspurig bis im November

Am kommenden Montag nun können die Bauarbeiten der zweiten Etappe zwischen den Gewächshäusern in Thundorf und dem Studenhof in Halingen in Angriff genommen werden. «Der Radweg wird in drei Abschnitten gebaut», sagt Marc Rudolf, wobei die Arbeiten auf der Halinger Seite beginnen. Bevor über eine Kiesschicht asphaltiert werden kann, sind vorgängig Erd- und Entwässerungsarbeiten erforderlich. «Während der Bauzeit wird die Strasse nur noch einspurig befahrbar sein, und der Verkehr wird mit Ampeln geregelt», sagt Rudolf. Im November 2016 soll der Radweg für die Schülerinnen und Schüler fertiggestellt sein, was auch Markus Müggler zufriedenstellt. «Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Kanton», stellt Müggler klar.

Dritte Etappe in Planung

Jetzt fehlt einem nahtlosen Radweg nur noch die dritte Etappe – das Teilstück durch Halingen bis zur Sekundarschule. Markus Müggler gibt sich zuversichtlich, obwohl «das letzte Stück eine heikle Stelle ist». Die Strasse durch Halingen sei eng und unübersichtlich. Aktuell liegt die Planung für die dritte Etappe auf dem Pult des kantonalen Tiefbauamts zur Projektierung. Marc Rudolf vom Tiefbauamt bestätigt dies auf Anfrage. Er erwartet, dass die dritte Etappe noch in diesem Jahr zur öffentlichen Auflage kommt und der Bau 2017 beginnen kann – sollten keine Einsprachen eingehen.

Markus Müggler Präsident der Sekundarschule Halingen (Archivbild: Donato Caspari)

Markus Müggler Präsident der Sekundarschule Halingen (Archivbild: Donato Caspari)

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