Halboffene Forensik geplant

Im April 2015 werden Patientinnen und Patienten der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen wegen Umbauarbeiten von der Drogenentzugsstation in einen provisorischen Modulbau auf dem Klinikareal umziehen.

Urs Oskar Keller
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MÜNSTERLINGEN. Auf einer grossen Wiese mit alten Bäumen, wo bislang Fussball gespielt, Gymnastik gemacht, Picknicks abgehalten und auch mal getanzt wurde, haben Bagger Leitungsgräben ausgehoben. Sie sind für Modulbauten gedacht. Im Westteil der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen entsteht eine provisorische Anlage für die Unterbringung und Therapie von fünfzehn Personen. Das Provisorium ist für drei Jahr gedacht und wegen eines Umbaus nötig.

«Es wird eine normale offene Pflegestation mit fünfzehn Betten in Zweier- und Einerzimmern mit Nasszellen errichtet, die Anfang April 2015 eröffnet wird. Die Miete der Anlage wird für die drei Jahre einige hunderttausend Franken betragen», sagt Stephan Kunz, Verwaltungsdirektor der Psychiatrischen Dienste Thurgau.

Funktionsfähige Pflegestation

Die DM Bau AG im st. gallischen Oberriet kann innerhalb einiger Monate eine voll funktionsfähige Pflegestation in der Hybrid-Modulbauweise errichten. Diese bietet für die nächsten drei Jahre eine Übergangslösung mit hoher Qualität und wird von der Spital Thurgau AG gemietet. Das Hochbauamt des Kantons sei dafür nicht mehr zuständig, da die Spitalliegenschaften per 1. Januar 2015 an die Spital Thurgau AG beziehungsweise an die Thurmed Immobilien AG übergehen, sagt Urs Steppacher, Leiter Gesundheitsbauten beim kantonalen Hochbauamt, auf Anfrage. «Damit sind auch die Planungen und die Finanzierung Sache dieser Gesellschaft.»

In den neuen und temporären Modulbau-Wohncontainern behandelt die Klinik in der ersten Umbauphase Menschen aus dem Haus C1 mit Abhängigkeitserkrankungen. Dabei handelt es sich laut Internetseite um eine Entzugsbehandlung und Therapie bei Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit.

Halboffene Massnahmenplätze

Im Haus C, wo sich bereits im ersten Stock die geschlossene Forensik für Massnahmenpatienten, stationäre forensische Diagnostik und Kriseninterventionen befindet, soll im Parterre (C1) eine halboffene forensische Abteilung entstehen. Sie könnte für Menschen aus verschiedenen Kantonen, die im Strafvollzug sind und ein anderes Setting benötigen, dienen. Geschlossene und halboffene Massnahmenplätze in forensischen Kliniken sind heute gefragt. «Die Station C1 wird voraussichtlich zu einer zweiten Forensikstation umgebaut. Ein Entscheid wird aber erst im Februar gefällt», sagt Verwaltungsdirektor Kunz.

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