HÄUSLENEN: Der Tulpenmann

Keine andere Blume läutet die Osterzeit schöner als die Tulpe ein. Auf dem Blumenfeld von Familie Ammann blüht sie derzeit in den schillerndsten Farben.

Sandra Grünenfelder
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Landwirt Willi Ammann hegt und pflegt die Tulpen auf seinem Blumenfeld. (Bilder: Sandra Grünenfelder)

Landwirt Willi Ammann hegt und pflegt die Tulpen auf seinem Blumenfeld. (Bilder: Sandra Grünenfelder)

Sandra Grünenfelder

sandra.gruenenfelder@ thurgauerzeitung.ch

Sie feiert gerade ihren ganz grossen Auftritt. Ein kräftiger Stiel, saftig grüne Blätter und ein eleganter Blütenkelch machen die Tulpe nicht nur zur Grande Dame unter den Schnittblumen, sondern auch zum Frühlingsboten schlechthin. Auf dem Feld von Familie Ammann in Häuslenen erblühen die Zwiebelgewächse derzeit zu Tausenden. Inmitten des rot schimmernden Tulpenmeeres steht Landwirt Willi Ammann. «Ist das nicht herrlich», sagt der 55-Jährige und lässt ­seinen Blick schweifen. Dabei entgeht seinem geschulten Auge nichts. Gleich darauf zupfen seine emsigen Arbeiterhände an einer Löwenzahnwurzel, die sich ins Tulpenfeld verirrt hat.

Seit elf Jahren betreiben er und seine Frau Olivia das Blumenfeld am Häuslener Ortseingang. «Es ist unser Bijou», sagt Olivia Ammann, «und auch eine unserer wichtigsten Einnahmequellen.» Die dreifache Mutter ist denn auch die heimliche Chefin auf dem Blumenfeld. «Hier kann ich kreativ sein und Abwechslung finden.» Knapp 40 verschiedene Blumensorten blühen zwischen März und November auf Familie Ammanns Feld. Den Anfang im März machen Narzissen und Tulpen. Iris, Allium und Bartnelken folgen im Mai. «Wir führen verschiedene Raritäten wie beispielsweise den Rittersporn.» Aber auch Gräser und Sträucher wachsen auf dem Feld. Seit einigen Jahren bietet die Familie in Zusammenarbeit mit einem professionellen Floristen sogar Blumenkurse an.

Für die Bewirtschaftung des Feldes brauche es aber schon etwas mehr als einen grünen Daumen. Am wichtigsten dabei sei die richtige Planung. «Wir setzen unsere Pflanzen so, dass die Kunden immer etwas vorfinden, das blüht.» Denn die beste Werbung sei ein ordentliches, gepflegtes Feld und vor allem eines: «blühende Blumen».

Bis die Tulpen aber pünktlich zu Ostern erntebereit sind, ist viel Vorarbeit nötig. Bereits im Oktober werden die Zwiebeln in die Erde gesetzt. «Tulpen brauchen ihren Winterschlaf», sagt Willi Ammann. Die Kälte sei wichtig, damit sie ihre Blüten bilden könnten. Ein gewisses Wetter­risiko gehe man in seinem Beruf aber immer ein. «Die Natur ist nun mal unbezwingbar.» Das bereitet ihm aber kein Kopfzerbrechen. «Ich bin halt ein Optimist.» Die Vorboten für dieses Jahr ständen indes gut. «Der Frühling fängt verheissungsvoll an», sagt Ammann. Gesunde Stöcke, schöne Blüten, viele Bienen – «Wenn es so früh anfängt, ist man schon ein wenig beruhigt.»

Obst und Gemüse direkt ab Hof

Neben dem Blumenfeld führt die Familie Ammann zusammen mit einer Lehrtochter und zwei ­Mitarbeitern einen 30 Hektar grossen Hof – mit 50 Milchkühen, Gemüse- und Obstanbau. Die Erzeugnisse verkaufen die Landwirte zum grössten Teil direkt über den eigenen Hofladen. «Wir sind ein traditioneller Mischbetrieb», sagt Willi Ammann. Im Laufe der Jahre hat sich der Landwirt spezialisiert und die Nischen für sich entdeckt. «Bekannt sind wir neben den Blumen vor allem für unsere Kirschen und Erdbeeren.» Letztere gedeihen im Schutze einer Plastik­haube auf Ammanns Feld bereits prächtig. Bis zur Erntezeit im Mai bleibt ihnen noch etwas Zeit, um zu reifen. Auf dem Blumenfeld hingegen herrscht bereits jetzt Hochbetrieb. Als Nächstes werden die Sonnenblumensetzlinge eingepflanzt. Auf die freut sich Willi Ammann am meisten. «Das sind meine Lieblingsblumen.»

Blumenkurse

www.ammanns-hof.ch