Guten Rutsch zum 1. August

FRAUENFELD. Eine riesige Wasserrutsche, eine Bar, gute Musik und vor allem ziemlich viel Spass: So lässt sich «Slip The Shit» zusammenfassen. Morgen steigt dieser Event am alten Motocross-Hang im Frauenfelder Schollenholz.

Mathias Frei
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Damit's morgen rutscht: Die Veranstalter Lukas Baumgartner und Philipp Ammann legen die Folie aus. (Bild: Reto Martin)

Damit's morgen rutscht: Die Veranstalter Lukas Baumgartner und Philipp Ammann legen die Folie aus. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Bis Silvester dauert es noch fünf Monate. Sich einen «guten Rutsch» anzuwünschen, ist am morgigen 1. August aber zumindest im Frauenfelder Schollenholz unterhalb Oberwil nicht abwegig. Denn am alten Motocross-Hang ist eine riesige Wasserrutschbahn installiert. 75 Meter lang ist sie, unten warten ein 10 Meter langes Auffangbecken und eine Festwirtschaft auf die waghalsigen Rutscher. Der ganze Plausch nennt sich «Slip The Shit». Auf Englisch bedeutet «to slip» so viel wie rutschen. Den Rest kann man sich denken. Auf jeden Fall wird die Rutschbahn morgen um 11 Uhr freigegeben.

Am Anfang war das «Dreiegg»

«Diese Wasserrutsche ist eine typische Bieridee», sagt Philipp Ammann. Auf YouTube und anderen Online-Videoportalen kursieren immer wieder lustige Filmchen mit Rutschbahnen aller Art. Ausschlaggebend für «Slip The Shit» war ein Abend im «Dreiegg» mit einen paar Getränken und einem Facebook-Video. Darin war eine Rutsche direkt ins Meer zu sehen. Frauenfeld liegt zwar nicht am Meer. «Aber die Idee fanden wir ziemlich geil», sagt Ammann. Und sowieso waren Ammann und sein Kumpel Lukas Baumgartner der Meinung, dass am 1. August leider nie was los sei.

Mit integrierter Quelle

Die beiden jungen Frauenfelder machten sich deshalb an einem Samstagnachmittag auf die Suche nach einem geeigneten Hang. Denn wenn's bergab geht, ist Ammann als Downhill-Skateboarder definitiv kein Kind von Traurigkeit. Sie stiessen schliesslich auf den alten Motocross-Sprunghang im Schollenholz. Früher flogen Motorräder über die Kante. Unmittelbar nach der Kante geht's 45 Grad in die Tiefe. Danach wird das Gelände flacher. Der Zufall wollte es, dass sich in nächster Nähe eine stillgelegte Quelle befindet.

«Mit dem Grundeigentümer und mit dem Pächter des Landes haben wir vertraglich vereinbart, dass sie bei uns mindestens Bier und Wurst bekommen», sagt Ammann und lacht. Um Tranksame und Grilladen wird Martin Eggmann vom «Dreiegg» besorgt sein. «Das kann das <Dreiegg>-Team besser als wir.» Für Gute-Laune-Musik bis abends um 22 Uhr zeichnet DJ Juggy B verantwortlich.

Stroh macht den Hang sicher

«Grundsätzlich gilt: Rutschen auf eigene Gefahr», warnt Ammann vor. Aber natürlich wird auf die Sicherheit grossen Wert gelegt. Für einen stabilen Boden sorgen Holzplatten. Darüber kommt ein sogenannter Messeteppich, wie man ihn zum Beispiel von der Thurgauer Frühjahrsmesse her kennt. Dann folgt die Folie, die ständig bewässert wird. Ebenfalls mit Folie ausgelegt sind die 140 Strohballen, welche die Rutsche links und rechts begrenzen. Dazu werden Bademeister am Start oben und am Auffangbecken unten zum Rechten schauen. Das Wasser wird über ein Pumpsystem von unten wieder hinauf befördert.

Vergangenen Samstag war für Ammann und Baumgartner Proberutschen angesagt. Die ersten sechs Meter ab dem Start wurden ausgelegt. «Da war man schon verdammt schnell unterwegs», sagt Ammann.

Materialsponsoren sei Dank

Die beiden Veranstalter verlangen für das Rutschvergnügen kein Geld. Für ein freiwilliges Entgelt steht aber ein Kollektentopf bereit. Die Baufirma Bischofberger aus Ettenhausen und der Sanitär Mathis aus Matzingen unterstützen die beiden Veranstalter mit Material. Einen grossen Teil zahlen Ammann und Baumgartner aber aus dem eigenen Sack. «Wenn es dieses Jahr gut läuft, wäre eine Wiederholung am nächsten 1. August cool», sagt Ammann.

Morgen: «Slip The Shit», 11 bis 22 Uhr, alter Motocross-Hang unterhalb Oberwil