Gut Ausgebildete sind schlecht geimpft

Sozial schlechter gestellte und ausländische Eltern lassen ihre Kinder eher impfen als gut gebildete. Dies ergab eine Studie im Auftrag des Kantonsärztlichen Dienstes.

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Seit Frühjahr 2007 ist schweizweit eine eine ausgeprägte Häufung der Masernerkrankungen zu beobachten. Von Januar bis April dieses Jahres wurden im Thurgau 25 Fälle gemeldet. Dies teilte die Regierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation des SP-Kantonsrats Bernhard Wälti mit. In der Interpellation fragte Wälti nach der Reaktion des Kantons auf die Masernfälle. Ebenso fragte er nach der Impfstudie, mit der der Kantonsarzt die Universität Zürich beauftragt hatte.

Ausländer schneiden gut ab

Die Ergebnisse der Studie seien im März dieses Jahres eingetroffen, so die Antwort der Regierung. Diese habe ergeben, dass vor allem Kinder von gut gebildeten und sozial besser gestellten Eltern schlechter geimpft seien. In dieser Gruppe betrage die Durchimpfung gegen Masern nur gerade 60 Prozent. Bei Kindern von Eltern mit tiefem Bildungsniveau jedoch sei diese Rate bei der Erstimpfung 100, bei der Zweitimpfung 92 Prozent. Auch zeige sich ein Unterschied zwischen Ausländern und Schweizern: Während nur knapp 83 Prozent der Schweizer Kinder geimpft seien, betrage dieser Wert bei Nichtschweizern über 92 Prozent. Deshalb sollen die Informationsbemühungen vor allem bei Eltern mit hohem Bildungsniveau verstärkt werden.

Impfung weiter befürwortet

Unverändert befürworte der Kantonsärztliche Dienst eine hohe Durchimpfungsrate. Diese soll bei Masern, Mumps und Röteln 95 Prozent betragen. Besondere Impfkampagnen seien aber nicht geplant, schreibt die Regierung weiter. Das Impfkonzept soll neu überdacht werden, falls sich in der nächsten Studie 2012 eine Verschlechterung der Durchimpfung zeigen sollte. (red.)

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