GUNTERSHAUSEN: Meisterschaft um flüssiges Gold

Mitte Februar findet in Zürich die Schweizer Meisterschaft der Bier-Sommeliers statt. Der 44-jährige Stefan Mühlemann, Gemeinderat von Guntershausen, nimmt zum zweiten Mal teil.

Christoph Heer
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Stefan Mühlemann, Gemeinderat von Guntershausen und Gastronom, beim Bierzapfen im Brauhaus Sternen in Frauenfeld. (Bild: Christoph Heer)

Stefan Mühlemann, Gemeinderat von Guntershausen und Gastronom, beim Bierzapfen im Brauhaus Sternen in Frauenfeld. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Am 18. Februar ist es so weit, da findet in Zürich unter dem Dach von Gastro Suisse und dem Pa-tronat des Schweizer Brauerei Verbands (SBV) die zweite Schweizer Meisterschaft der Bier-Sommeliers statt. Teilnahmeberechtigt sind alle Schweizer Bier-Sommeliers und Schweizer Diplom Bier-Sommeliers, die über die schweizerische oder liechtensteinische Staatsbürgerschaft verfügen.

Die Fahnen für den Hinterthurgau hält zum zweiten Mal der in Guntershausen wohnhafte Stefan Mühlemann in die Höhe. Er wird sich mit 37 anderen Bier-Sommeliers messen und hofft auf einen Platz unter den ersten vier. Denn diese sind berechtigt zur Teilnahme an der 5. Bier-Sommeliers-Weltmeisterschaft in München im kommenden September. Hierbei hat die Schweiz leider noch nie die Goldmedaille erkämpft. Zweimal Deutschland, einmal Österreich und einmal Italien heissen die bisherigen Goldgewinner an der zweijährlich stattfindenden Weltmeisterschaft. Um überhaupt erst dorthinzukommen, braucht es erst einmal eine tadellose Leistung an der nationalen Ausscheidung.

Der 44-jährige Stefan Mühlemann sieht für sich einen kleinen Vorteil darin, dass er täglich mit Bier in Kontakt ist. Als Geschäftsleiter und Mitinhaber des renommierten Brauhauses Sternen in Frauenfeld scheint er richtiggehend für den Titel des besten Bier-Sommeliers prädestiniert zu sein; doch die Konkurrenz schläft nicht. «Ich habe täglich mit der Materie Bier zu tun, das spielt mir sicher in die Karten, so habe ich es bereits vor zwei Jahren in den Final geschafft.»

Der vielseitig ausgebildete Gastronom freut sich auf die Schweizer Meisterschaft und «trainiert» in den Wochen vorher. «Ich verkoste bewusst mehrere Bierstile nebeneinander, so werden die Geschmacksnerven auf die Vielfältigkeit der unzähligen Geschmacksrichtungen aufmerksam gemacht.» Er weiss, dass viele verschiedene Indikatoren zu einem guten Bier beitragen müssen. «Für ein exzellentes Bier braucht es unter anderem ein ­hohes Mass an Hygiene. Geschmack, Volumenprozent und vieles mehr müssen für ein Produkt mit einem grossartigen Gesamtbild stimmen.»

Fehl- und typische Bieraromen erkennen

An der Schweizer Meisterschaft wird kein Bier gebraut. Vielmehr sind es schriftliche Tests, die die Akteure ausfüllen müssen. «Dann müssen wir auch fünf Bierstile und bei weiteren fünf Bieren die Fehlaromen oder die typischen Bieraromen erkennen. Im Finale der besten acht muss dann ein Bier vor der Jury präsentiert werden», sagt Stefan Mühlemann.