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GUNTERSHAUSEN: «Ja nu, dort muss ich hin»

Von der einstigen Fasnachtshochburg Aadorf sind nur noch der morgige Umzug und zwei dekorierte Lokale übrig geblieben. Eines davon ist das «Bahnhöfli».

Für Walter Leuzinger alias «Lupo» ist die Beizenfasnacht nach wie vor kein Auslaufmodell. Schon zum 21. Mal hat er seine Gaststube und das Säli im Ober- und eine Bar im Erdgeschoss dekorieren lassen. «Dies ist immer wieder mit einem grossen Aufwand verbunden, organisatorisch und finanziell», sagt er. «Für Löhne, Werbung, Dekoration und Live-Musik sind es immerhin rund 30000 Franken, die in vier Wochen hereingeholt werden müssen.» Das sei kein Pappenstiel, zumal sich das heutige Umfeld in der Gastronomie gewandelt habe.

Er hänge aber an der Tradition und hoffe, dass die Gäste seine Bemühungen mit ihrem Besuch honorieren. So wie eh und je. Dabei zählt er auf zugkräftiges – und vor allem weibliches – Personal, das es versteht, die Kundschaft aufmerksam zu bedienen und als einzigartig zu betrachten. Daran dürfte nicht zu zweifeln sein, auch wenn ihre Dienstfertigkeit nicht aus Nächstenliebe, sondern zum Gelderwerb geschieht, was der Gast nicht immer so sieht. Leicht verdientes Geld ist es jedenfalls nicht.

Im «Bahnhöfli» sollen eine Österreicherin und zwei Deutsche die nötige Zugkraft auf das Publikum ausüben. Mittendrin Sandra, die schon zwei Tage vor Arbeitsbeginn angereist ist. Die 29-Jährige ist zum ersten Mal in der Schweiz. Als Friseurin wird sie nach diesem Auslandaufenthalt eine neue Stelle antreten, weshalb ihr der vierwöchige Job in der Schweiz gerade gelegen kommt. «Ich rechne damit, dass ich hier in dieser Zeit mindestens dreimal so viel verdiene wie in Deutschland», sagt Sandra. «Ich habe sonst keine Erwartungen. Jedenfalls ist es sehr aufregend.» Als sie in Zürich ankam, kaufte sie ein Billett nach Guntershausen. «Und was antwortete der dortige Schalterbeamte: Das ist aber tiefste Provinz.» Ja nu, habe sie geantwortet. «Dort muss ich hin.»

Jedenfalls ist sie im richtigen Guntershausen angekommen. Von einem Kulturschock ist nichts zu spüren. «Ich bin zufrieden hier. Mir gefällt es.» Und wie reagiert sie auf mögliche Zoten oder unangemessene Bemerkungen? «Ich bin nicht auf den Mund gefallen und kann mich mit der berüchtigten Berliner Schnauze wehren.»

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

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