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GUNTERSHAUSEN: Der Zweck hat sich überholt

An der 32. Jahresversammlung beschlossen die 20 anwesenden Mitglieder die Auflösung ihrer Gewerbevereinigung.

Das endgültige Aus der 32-jährigen Gewerbevereinigung Guntershausen kam nicht überraschend. Einstimmig beschlossen wurde die Auflösung nun an der Jahresversammlung von 20 der insgesamt gut 30 Mitglieder.

«Vor knapp einem Jahr haben wir unsere Mitglieder orientiert, dass bis zur GV 2018 die Nominationen eines Präsidenten, eines Aktuars und eines Beisitzers vorliegen müssten, soll der Verein weiter bestehen», sagte Vorstandsmitglied Kurt Gibel. Er als langjähriger Beisitzer und Reisechef sowie Aktuar Hermann Scherrer hatten nämlich ihren Rücktritt angekündigt.

Lediglich Ernst Gamper als bisheriger Vize und Noldi Lee als Kassier wollten sich noch für eine weitere Amtsperiode wählen lassen. Allerdings nur unter dem Vorbehalt, dass die Vakanzen auf Vorstandsebene, nämlich Präsident und Aktuar, an der GV kein Thema sein würden. «Weil die Kandidatensuche jedoch ergebnislos blieb, mussten wir die schärfste aller Massnahmen ergreifen – die Auflösung des Vereins», sagte Kurt Gibel weiter.

Gegenpol zur Bauernlobby

Zur Förderung des Gewerbes und zur Erhaltung derer Existenz war die Vereinigung vor 32 Jahren gegründet worden. Zugleich sollte im Dorf ein Gegenpol zur damalig starken Bauernlobby geschaffen werden.

Im Laufe der Jahre bekleideten manche Mitglieder aus Gewerbe und Handel politische Ämter, so als Kantonsräte, als Grossratspräsident oder auch als Vizegemeindepräsident.

Der Zusammenschluss der Ortsgemeinde Guntershausen in die Einheitsgemeinde Aadorf schwächte indessen die Bedeutung der Gewerbevereinigung. Immerhin hielten sich die Kontaktpflege und Aktivitäten bis in die heutige Zeit. Jährlich standen zwei Besichtigungen und im Zweijahresrhythmus eine Städtereise auf dem Programm. «Mit der nun erfolgten Auflösung sollen aber die wertvollen Kontakte und Freundschaften weiterhin bestehen bleiben», so die einhellige Hoffnung der letzten Vereinsmitglieder.

Nicht lange ist es her, dass das Dorflädeli einen Kampf um die Existenz ausgefochten hat. Glücklicherweise ist es nicht so weit gekommen: Trotz Strukturwandel im Detailhandel konnte sich der «Dorfmarkt» behaupten, er ist aber weiterhin auf die Unterstützung und den Goodwill der Dorfbevölkerung angewiesen. Man scheint sich im Klaren zu sein: Geht der Dorfladen zu, dann droht früher oder später auch das Dorfleben zu sterben.

Nun kommt 32 Jahre nach seiner Gründung das Aus für die Gewerbevereinigung Guntershausen. Wohl ist das nicht so bedauerlich, wie es das Verschwinden des Dorfladens wäre. Trotzdem kommt die Auflösung der Vereinigung einer gewissen Verarmung des Dorflebens gleich.

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

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