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GÜTTINGEN: Träume für die Wirklichkeit

Im Versuchsbetrieb des Bildungs- und Beratungszentrums Arenenberg entstehen neuartige Lösungen für den Obstbau. Die Anlage soll künftig eine Vorreiterrolle in umweltschonender Produktion übernehmen.
Trudi Krieg

Trudi Krieg

thurgau

@thurgauerzeitung.ch

«Jeder dritte in der Schweiz produzierte Apfel und 50 Prozent des Mostobstes stammen aus dem Kanton Thurgau», hob Daniel Nyfeler, Leiter Beratung Pflanzenbau Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg auf dem Versuchsbetrieb Güttingen die Bedeutung des hiesigen Obstbaus hervor. Obstbau heisse auch Birnen-, Kirschen-, Zwetschgen- und Aprikosenanbau, wobei Kirschen ein besonderer Wachstumsmarkt seien.

Seit einigen Jahren seien Minikiwis ein Thema und Aronia Beeren schon fast ein «Thurgauer Kind». Bei Tafeltrauben habe sich nach anfänglichem Erfolg trotz guter Qualität der Markt wieder verschlossen wegen des Preisdrucks aus dem Ausland. Solche Erfahrungen dürfen kein Grund dafür sein, den Mut zum Ausprobieren von Neuem zu verlieren, sagte Nyfeler.

Forschung direkt vor Ort

Es sei schon immer das Ziel gewesen, praxisnahe Forschung für die Obstproduktion direkt in einem der wichtigsten Obstbaugebiete der Schweiz zu betreiben, betonte Willy Kessler, Leiter Kompetenzbereich Pflanzen, bei Agroscope. Auf dem Betrieb, den das BBZ Arenenberg gepachtet hat, laufen eigene Projekte von Agroscope. Unzählige Obstbauinnovationen wurden hier entwickelt und bewährten sich nach anfänglichem Widerstand und Kritik in der Praxis. Man denke an die Hagelnetze und die Einführung der Ernte in Grosskisten. Heute gilt das Interesse vor allem umweltschonenden Produktionsmethoden mit möglichst geringem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. In den Obstanlagen waren Posten aufgestellt an denen Fachleute den Stand der Forschung und Versuche erläuterten. Diana Zwahlen von Agroscope berichtete von Chancen und Herausforderungen der Einnetzung im Kernobstbau. Hagelnetze sind inzwischen unbestrittene Notwendigkeit. Das zusätzliche Aufspannen von seitlichen Hagelnetzen habe in den letzten Jahren zugenommen, hauptsächlich als Bekämpfung der Apfelwickler. Durch den Einsatz von sehr feinmaschigen Netzen können aber auch Nützlinge ausgesperrt werden.

Neue Verwirrmethode gegen den Apfelwickler

Silke Süsse und Bertrand Gentizon von Andermatt Biocontrol stellten eine neue Verwirrmethode mit Aerosol-Sprayern vor, die seit einigen Jahren europaweit getestet und im Südtirol schon angewendet wird. Diese Sprayer sprühen eine Pheromon- Lösung (Sexualduftstoff) aktiv aus und nur wenn die Falter sich paaren, das heisst am Abend und wenn die Temperatur hoch genug ist. Sie sind aber nur bei grossflächigen Anlagen geeignet und noch in der Versuchsphase.

Grenzüberschreitende Herausforderungen

Patrick Maier vom Kompetenzzentrum Obstbau Ravensburg und Urs Müller von der Fachstelle Obstbau Thurgau/Schaffhausen stellten das Interreg-V-Projekt vor: «Die Obstbranche im Wirtschaftsraum Bodensee soll grenzüberschreitend eine Vorreiterrolle übernehmen in umweltschonender Produktion.» Auf Schweizer Seite werden schon länger Versuche gemacht mit mechanischen Verfahren zur Reduktion von Herbiziden, dem Einbezug von Nützlingen, Vollvernetzung und reduziertem Einsatz von Insektiziden. Exemplarisch steht dafür die Anlage dess BBZ Arenenberg in Sommeri.

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