Günstiges Wasser aus neuer Quelle

DIESSENHOFEN. Die Stadtgemeinde Diessenhofen bezieht in Zukunft Wasser vom Kundelfingerhof. So werde die Versorgungssicherheit erhöht, erklärte Stadtammann Walter Sommer am Freitagabend an der Gemeindeversammlung.

Dieter Ritter
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Eine sehr ergiebige Quelle speist die Fischteiche des Kundelfingerhofs nahe Diessenhofen. (Bild: Donato Caspari/Archiv)

Eine sehr ergiebige Quelle speist die Fischteiche des Kundelfingerhofs nahe Diessenhofen. (Bild: Donato Caspari/Archiv)

Einstimmig Ja sagte die Diessenhofer Gemeindeversammlung zu einem Kredit über 239 000 Franken für eine neue Wasserleitung. Die neue Leitung wird das Wasserreservoir Buchberg mit dem Kundelfingerhof verbinden. Der Eigentümer Ricardo Polla ist mit dem Bezug seines Quellwassers einverstanden.

Mit dem Bau zum jetzigen Zeitpunkt können Kosten gespart werden. Die Leitung werde im gleichen Graben verlegt, den Polla auf eigene Kosten für den Anschluss seines Weilers an die Elektrizitätsversorgung Diessenhofen baut, beschied Stadtammann Walter Sommer den 124 Stimmbürgern. Im gleichen Graben wird ein Teilstück von 750 Metern der 120jährigen Leitung zwischen der Wasserfassung im Kohlfirst und dem Reservoir Buchberg ersetzt. «Die Erschliessung eines zusätzlichen Wasserbeschaffungsortes erhöht die Sicherheit der Versorgung», betonte Sommer. Im letzten Jahr mussten im Kohlfirst zwei Quellen wegen Verschmutzung mit Unkrautvertilgungsmitteln geschlossen werden. Die Grundwasserfassungen beim Pontonierdepot und bei der Klinik St. Katharinental sind nicht ganz unabhängig voneinander. Bei einer grösseren Verschmutzung könnten beide betroffen sein.

Kostengünstige Lösung

Eine Alternative wäre eine neue Bohrung mit Pumpwerken. Die Ergiebigkeit neuer Quellen ist nicht voraussehbar, und diese Variante wäre deutlich teurer als der vorgeschlagene Anschluss an den Kundelfingerhof. Dank der gemeinsamen Nutzung des Grabens für Strom und Wasser wird das Projekt für Diessenhofen günstig. Der Wasserpreis bleibt bei 1.10 Franken pro Kubikmeter. Der Schweizer Durchschnitt liegt laut kantonalem Amt für Umwelt 49 Rappen höher. In einer zweiten Etappe wird der Reservoiranschluss gebaut. Total erwarten die Werke Investitionskosten von rund einer halben Million Franken.

Werke investieren in Zukunft

Die Rechnungen der Stadtgemeinde und der Werke wurden einstimmig genehmigt. Sommer präsentierte mit leicht verständlichen Grafiken die finanzielle Entwicklung. Bei der Stadt betrugen der Gewinn rund 7000 Franken, die Abschreibungen 640 000 Franken und Entnahmen aus Spezialfinanzierungen 6000 Franken. Bei Nettoinvestitionen von 610 000 Franken resultierte ein Finanzierungsüberschuss von 31 000 Franken. Die Werke (EW, Gas und Wasser) wiesen bei einem Umsatz von 6,29 Millionen Franken einen Gewinn von rund 8000 Franken aus. Sie investierten 718 000 Franken, davon 591 000 Franken für einen Anschluss ans Unterwerk Schlattingen und das Verlegen der letzten Freileitungen in den Boden. «Es ist eine Investition in die absolut sichere Stromversorgung», betonte Stadtammann Sommer.

Verkehrskonzept ist Thema

Unter «Verschiedenes» meldete sich Pius Butti zu Wort. Er ist Vorstandsmitglied der Detaillistenvereinigung Diessenhofen. Das sich derzeit in der Vernehmlassung befindliche Verkehrskonzept enthalte einschneidende Massnahmen, etwa Tempo-20-Zonen oder die Regelung der Brückendurchfahrt mit einer Lichtsignalanlage. Sommer betonte, dass es sich erst um eine Vernehmlassung handle. Sie laufe noch bis Ende April. Zudem habe die Detaillistenvereinigung in der Kommission auch am Konzept mitgewirkt.