Günstiger Wohnraum

Die Wohnbaugenossenschaft Sonnmatt plant im Schollenholz eine neue Siedlung mit bis zu 20 Wohnungen. Dafür müssen fünf Doppelhäuser weichen.

Stefan Hilzinger
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Marcel Epper Genossenschaftspräsident (Bild: Archivbld: pd)

Marcel Epper Genossenschaftspräsident (Bild: Archivbld: pd)

FRAUENFELD. Erstmals seit längerem soll in Frauenfeld wieder eine namhafte Anzahl von Genossenschaftswohnungen entstehen. Die Wohnbaugenossenschaft (WBG) Sonnmatt hat an ihrer Generalversammlung am Freitag dem Vorstand grünes Licht geben, am Standort Schollenholz eine Überbauung mit bis zu 20 Wohnungen zu planen. Die Versammlung stimmt dem Planungskredit von 250 000 Franken bei wenigen Gegenstimmen zu.

Epper: «Es ist an der Zeit»

Keine Freude an dem Vorhaben zeigte ein Teil der jetzigen Mieter im Schollenholz. Jeder Mieter der WBG Sonnmatt ist auch Genossenschafter und kann deshalb mitbestimmen. Derzeit stehen auf der 3000 Quadratmeter grossen Parzelle fünf Doppeleinfamilienhäuser. WBG-Präsident Marcel Epper zeigte Verständnis für die Kritik der Mieter, die zumindest vorübergehend ihre Zuhause verlieren werden. «Es ist jetzt aber an der Zeit, auf der Parzelle unweit des Schulhauses etwas Neues zu realisieren, das den zeitgemässen Ansprüchen des verdichteten Bauens entspricht», sagte Epper. Man werde die Mieter bei allfälligen Übergangslösungen nach Kräften unterstützen.

Der Vorstand wird nun einen zweistufigen Ideen- und Architekturwettbewerb durchführen. Laut Epper soll die WBG an der Generalversammlung 2018 über den Baukredit befinden können. Die Investitionssumme bezifferte er «Handgelenk mal Pi» auf sieben Millionen Franken.

Rund 70 Genossenschafterinnen und Genossenschafter nahmen an der Versammlung teil, so viele wie lange nicht mehr, wie Epper bemerkte. Einzig die Fraktion aus der Siedlung Bannhalde war schlecht vertreten. Dabei hatte Kassier Titus Moser doch Erfreuliches zu berichten. Das Rechnungsjahr 2015 schliesst die WBG Sonnmatt bei Netto-Mietzinseinnahmen von 1,93 Millionen Franken mit einem Überschuss von 433 000 Franken ab. Für den Gebäudeunterhalt gab die WBG knapp 750 000 Franken aus. Die weiterhin sehr tiefen Hypothekarzinsen entlasten die Rechnung. «Das dürfte noch für die nächsten zwei, drei Jahre so bleiben», sagte Moser.

127 Franken «kalt»

Der Vorstand ehrte Doris Peter für ihr 25jähriges Engagement als Aktuarin. Geehrt hat Präsident Epper zudem drei langjährige Mieter, unter anderem Paula Weber, die seit 60 Jahren in der Siedlung Sonnmatt wohnt. Sie überreichte Epper den ersten Mietvertrag vom Juli 1956. Der Mietzins betrug damals 127 Franken «kalt».