Gruppierung kämpft für eine Rheinlandschaft mit Mauer

DIESSENHOFEN. Die «Gruppierung für den Erhalt unserer Rheinlandschaft» meldet sich erstmals zu Wort. Sie vertritt nach eigenen Angaben die Interessen einer deutlich dreistelligen Zahl von Diessenhofer Stimmbürgern.

Drucken
Teilen

DIESSENHOFEN. Die «Gruppierung für den Erhalt unserer Rheinlandschaft» meldet sich erstmals zu Wort. Sie vertritt nach eigenen Angaben die Interessen einer deutlich dreistelligen Zahl von Diessenhofer Stimmbürgern. Initianten sind Beat Brauchli, Markus Birk, Gerold Brütsch, Leo Brütsch, Stefan Gränicher und Kevin Kern – die meisten gehören zum Vorstand der Pontoniere. Diese Gruppierung kämpft nun für den Erhalt der Betonmauer am Rheinufer und gegen die geplante Renaturierung. Für letztere macht sich in Diessenhofen eine Interessengemeinschaft stark.

Angst um den Uferweg

«Mit einer grossangelegten Medienkampagne und verschiedenen Propagandaaktionen versucht die Interessengemeinschaft zur Aufwertung des Rheinufers der Öffentlichkeit ihr Vorhaben schmackhaft zu machen», schreibt Gerold Brütsch. Er ist aber der Meinung: «Ein Grossteil der Diessenhofer Bevölkerung steht diesem Projekt sehr kritisch gegenüber.» Entgegen den Zusicherungen seitens der Interessengemeinschaft und der Verantwortlichen, den Uferweg auf jeden Fall zu erhalten, ist sich die neue Gruppierung um Brütsch sicher: «Der wunderschöne Uferweg auf der zwei Kilometer langen Uferschutzmauer an der Wasserkante zwischen Diessenhofer Rheinbadi und Schupfen müsste einer Renaturierung zum Opfer fallen.»

Die Pontoniere hatten schon in der Vergangenheit mobil gemacht, damit Ufermauer und Treidelweg zwischen Badi und Schupfen erhalten bleiben. Ein Antrag von Pontonierpräsident Gerold Brütsch löste damals aus, dass die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung vom 16. November 2012 einstimmig die revidierte kantonale Uferplanung ohne das Teilstück Diessenhofen bis Schupfen zur Kenntnis nahm. «Trotzdem will nun die Interessengemeinschaft die Renaturierung von genau diesem Teilstück erzwingen», sagt Brütsch.

Mauer als Schutz erhalten

Die Interessengemeinschaft übersieht nach Ansicht von Brütsch, dass es früher schon weitsichtige Planer gegeben habe, denen Schutz und Sicherheit vor Ufererosion ein grosses Anliegen war. Die Erosionsfrage werde mit dem ständig zunehmenden Schiffsverkehr wichtiger denn je. «Dies haben die Renaturierungen in der Gailinger Badi und im Katharinental eindrücklich belegt, wo bereits nach einem oder zwei Jahren infolge Erosion viele Lastwagen-Ladungen Kies nachgeschüttet werden mussten», schreibt Brütsch.

Ufermauer und Uferweg existieren nun seit bald hundert Jahren. «Die Mauer konnte im Gegensatz zu den meisten anderen Abschnitten über diese lange Zeit mit äusserst geringem Aufwand instand gehalten werden», schreibt Brütsch. «Warum also etwas ändern, was gut, zweckmässig, beliebt und schön ist?»

Gerold Brütsch schliesst: «Das Rheinufer liegt uns am Herzen. Darum melden wir uns zu Wort.» (red.)

Aktuelle Nachrichten