Grünliberale und Fredi Marty gewinnen – CVP und CH verlieren

Bei den Frauenfelder Gemeinderatswahlen bleiben die Stärkeverhältnisse konstant. Keine Partei gewinnt oder verliert mehr als einen Sitz.

Thomas Wunderlin
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Die Grünliberalen setzen auf Nachhaltigkeit: Raphael Bosshard und Gemeinderat Stefan Leuthold. (Bilder: Nana do Carmo)

Die Grünliberalen setzen auf Nachhaltigkeit: Raphael Bosshard und Gemeinderat Stefan Leuthold. (Bilder: Nana do Carmo)

Frauenfeld. Die Grünliberalen (GLP) und die Liste «Menschen für Frauenfeld» (MproF) haben sich zum ersten Mal an den Wahlen für den Frauenfelder Gemeinderat beteiligt. Beide haben an den Wahlen vom 3. April einen Sitz gewonnen. Für die GLP zieht Stefan Leuthold ins Stadtparlament ein. Er ist leitender Angestellter in einem Elgger Solarunternehmen.

Lohnkritiker gewählt

Für MproF ist deren zentrale Figur Fredi Marty gewählt worden. Der ehemalige Info-Chef des Stadtrats betrat die lokalpolitische Bühne als Kritiker der Stadtratslöhne. Marty dürfte tendenziell auf der rechten Seite des politischen Spektrums einzuordnen sein.

CH (Chrampfe und Hirne) hat einen ihrer 6 Sitze verloren. Nebst den drei Bisherigen sind der Historiker Heinrich Christ und der Rechtsanwalt Mario Weber gewählt worden. Auch die CVP verliert einen ihrer bisher 5 Sitze. Es ist ihr nicht gelungen, den Sitz des zurücktretenden Stefan Hager zu verteidigen.

SVP bleibt grösste Partei

Die grösste Fraktion bleibt die SVP-FDP-EDU mit 17 der 40 Sitze. Auch die Verhältnisse unter ihren Mitgliedern bleibt unverändert. Die SVP bleibt mit 10 Sitzen die grösste Partei in Frauenfeld. Der bisherige Robert Zahnd hat am meisten Stimmen aller Gewählten erhalten. Nicht mehr angetreten sind Marietta Kraft und Werner Vetterli. Der rechtsbürgerlich orientierte Journalist Reinhard Wegelin, der vor anderthalb Jahren nachgerutscht ist, verliert seinen Sitz und landet auf dem dritten Ersatzplatz. Neu in den Rat ziehen der Bauunternehmer Christoph Tschanen, der Landwirt Andreas Elliker und der Unternehmer Stefan Zahn.

Durch taktische Rücktritte während der Legislatur gelang es der FDP, ihre 6 Sitze mit 6 Bisherigen erfolgreich zu verteidigen. Die EDU verpasst erneut den Gewinn eines zweiten Sitzes.

Peter Wildberger gewählt

Auch links-grün orientierte Parteien gewinnen wieder 15 Sitze. Den verlorenen Sitz der CH wird durch den GLP-Sitz kompensiert. Die Fraktion CH-Grüne wird um die GLP erweitert. Die Grünen halten ihre vier Sitze. Der bekannte ehemalige Kantonsrat Peter Wildberger löst den zurücktretenden Christian Oettli ab.

Gebrüder Hefti bei SP und EVP

Die SP kann sich den Sitz der Gewerkschaften sichern, die nicht mehr mit einer eigenen Liste angetreten sind, und kommt nun auf 5. Neu für die SP in den Gemeinderat kommt der Bibliothekar Lukas Hefti. Dort trifft er seinen Bruder Michael Hefti, der seit anderthalb Jahren dort sitzt, allerdings in der EVP-Fraktion. Bis zu den letzten Wahlen hätte einer von beiden verzichten müssen. Die geänderte Kantonsverfassung erspart ihnen nun diese Wahl.

Die MproF-Leute wollen den Stadtrat kontrollieren: Christian Holtze und Gemeinderat Fredi Marty.

Die MproF-Leute wollen den Stadtrat kontrollieren: Christian Holtze und Gemeinderat Fredi Marty.

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