Grünes Licht für Pflegekinderfachstelle

Wer im Thurgau die Verantwortung für Pflegekinder übernimmt, wird künftig besser begleitet. Der Grosse Rat sprach sich gestern für die Schaffung einer kantonalen Pflegekinderfachstelle aus. Sie wird unter anderem die Aufsicht übernehmen und Pflegeeltern beraten.

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Wer im Thurgau die Verantwortung für Pflegekinder übernimmt, wird künftig besser begleitet. Der Grosse Rat sprach sich gestern für die Schaffung einer kantonalen Pflegekinderfachstelle aus. Sie wird unter anderem die Aufsicht übernehmen und Pflegeeltern beraten.

Der Grosse Rat lehnte gestern einen Antrag, auf die Pflegekinderstelle zu verzichten, mit 78 zu 39 Stimmen ab. Walter Marty (SVP, Ellighausen) verlangte die Streichung, weil die Pflegekinderfachstelle überflüssig sei, wenn der Kanton die neue Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) schaffe. Die Kesb habe das nötige Fachpersonal, sagte auch Heidi Grau (FDP, Zihlschlacht).

Man dürfe nicht auf dem Buckel der Pflegekinder sparen, sagte dagegen CVP-Kantonsrat Norbert Senn (Romanshorn), der die Fachstelle in einer Motion gefordert hatte. Brigitta Hartmann (GP, Weinfelden) verwies auf die Fortschritte bei der Aufarbeitung der traurigen Schicksale von Pflegekindern. Man dürfe jetzt nicht alles über Bord werfen. Die Kesb sei keine neutrale Stelle, sondern Entscheidinstanz, sagten Regula Streckeisen (EVP, Romanshorn), Christa Thorner (SP, Frauenfeld) und Marlis Näf-Hofmann (SVP, Arbon).

Ebenfalls abgelehnt wurde ein Antrag von Daniel Vetterli (SVP, Rheinklingen), der der Fachstelle auch die Kontrolle geben wollte über Organisationen, die Pflegeplätze vermitteln. Dies werde bald auf Bundesebene geregelt, argumentierte die Mehrheit. (wid)