Grünes Licht für Hochwasserschutz

Jetzt kann sich Wagenhausen gegen Hochwasser schützen. Die Stimmbürger genehmigten einen entsprechenden Kredit. Gemeindeammann Harry Müller sprach von einem «riesigen Lupf».

Margrith Pfister-Kübler
Drucken

KALTENBACH. Etwas kribbelig war die Stimmung am Freitagabend in der Turnhalle Kaltenbach. Im Vorfeld der Gemeindeversammlung wurde anonym über Inserate zu einem Nein zum Hochwasserschutz-Kredit von 2,58 Millionen Franken und einem Nein zum Halbunterflur-Container mit einem Kredit von 108 000 Franken aufgerufen.

Potenziell 45 Millionen Schaden

Seit vier Jahren beschäftige das Hochwasserschutzkonzept Wagenhausen/Stein am Rhein die Behörde, sagte Gemeindeammann Harry Müller. Die Behörde sei von der Notwendigkeit überzeugt. Denn wenn eine Katastrophe eintrete, dann heisse es, «mä het halt sölle». Deshalb sei die Behörde aktiv geworden. Denn sollten Mülibach und Steibach bei einem schlimmen Hochwasser über die Ufer treten, entstünden in Wagenhausen und Stein am Rhein (vor der Brugg) Schäden von bis zu 45 Millionen Franken, weshalb sich die Stadt Stein am Rhein am Schutz vor den Naturgefahren beteiligen will. Zwei Rückhaltebecken sollen das Schlimmste verhindern.

Müller präzisierte, dass der Hochwasserschutz eine Aufgabe von Bund, Kanton und Gemeinden ist. Für Wagenhausen verbleiben 914 000 Franken von den 2,58 Millionen. Stein am Rhein hat 250 000 Franken im Budget. Müller sagte: «Das ist ein riesiger Lupf, doch er ist gerechtfertigt.»

Es sei doch schon so viel geregelt von Bund und Kanton, ob man da überhaupt abstimmen könne, wollte eine Votantin wissen. Kanton und Bund könnten das Projekt durchsetzen, wenn sie es so wollten, lautete die Antwort.

Kosten in der Kritik

Bezweifelt wurde das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Mit intensiver Bachpflege wäre das doch zu machen, meinten andere. Beharrlich wurden die Kosten hinterfragt. Auf die Investitionsbremse trat alt Gemeindeammann René Gisler und schlug die Rückstellung des Projekts und die Ausarbeitung eines Alternativprojekts vor. Sein Antrag fand kein Gehör. Aber auch Pro-Stimmen wurden laut: «Vorbeugen ist besser als heilen», meinte ein Votant. In offener Abstimmung genehmigten die Stimmbürger schliesslich den Hochwasserschutz mit 69 Ja bei 53 Nein.