Grossvaters Verzicht rutscht gut

Als Gemeindeammann Roland Kuttruff nach siebzehn Jahren in Rente ging, wollte er kein Abschiedsgeschenk. Vorgestern abend gab es trotzdem ein Fest. Kuttruffs Enkel freuen sich besonders über den Entscheid ihres Opas.

Christoph Heer
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Die Musikgesellschaft Tägerschen-Tobel spielt an der Einweihungsfeier des neuen Spielgerätes. (Bild: Picasa)

Die Musikgesellschaft Tägerschen-Tobel spielt an der Einweihungsfeier des neuen Spielgerätes. (Bild: Picasa)

TOBEL. Ein Spielplatz verbindet Generationen. Er ist ein Treffpunkt für Menschen jeden Alters. So auch in Tobel. Im Garten des Alterszentrums Sunnewies ist der Platz seit Dienstagabend um ein Spielgerät reicher: eine neue Rutschbahn – mit einer Vorgeschichte.

«Auch hier sollen sich Jung und Alt miteinander austauschen können. Sich treffen und miteinander Zeit verbringen», sagt Roland Kuttruff. Er trat im vergangenen Jahr und nach 17 Jahren als Gemeindeammann von seinem Amt zurück und übergab das Zepter an seinen Nachfolger Anton Stäheli. «Es ist augenscheinlich, dass sich die Bewohner des Alterszentrums wohl fühlen, wenn sie Kinder spielen sehen.» Seine eigenen Grosskinder hätten schon den Wunsch nach einer Rutschbahn geäussert, sie habe hier noch gefehlt.

Von Anfang an geplant

Kuttruff erklärte am Dienstagabend bei der offiziellen Rutschbahneinweihung, dass er von Anfang an seinen Plan gehabt habe: «Ja, für mich war stets klar, dass ich auf mein Abschiedsgeschenk verzichten werde und es dem Gemeinderat überlasse, mit was für einem Spielgerät sie das Alterszentrum beschenken werden.»

Der Gemeinderat entschied dann aber nicht alleine. So wurden auch Meinungen aus dem Alterszentrum eingeholt, und schliesslich fiel die Wahl dann doch auf die Rutschbahn. Gemeinderat Rolf Zimmermann erklärte indes, dass es gar nicht so einfach war, einen geeigneten Standort für die Rutschbahn zu finden. «Da müssen etliche Details beachtet werden», sagt er. «So darf die Rutschbahn einen möglichen Einsatz eines Hubretters im Brandfall nicht behindern. Auch die Zufahrten für den bevorstehenden Erweiterungsbau wurden berücksichtigt, denn seit der Bewilligung für diesen Bau wissen wir auch, dass der Spielplatzstandort des Baues wegen nicht tangiert wird.»

Alle Geräte gesponsert

Nachdem Kuttruff zu den Klängen der Musikgesellschaft Tägerschen-Tobel und im Beisein vieler interessierter Bewohner, Behördenmitglieder und Sunnewies-Mitarbeiter die Sponsorenplakette an der Rutschbahn befestigt hatte, lag es am Nachwuchs, die ersten Rutschversuche zu starten. Klar, dass Kuttruffs Grosskinder Luisa, Gregory und Ben vorangingen. Aber auch Janik Brühwiler (4) gehörte zu den Mutigen. «Wow, das rutscht mega schnell und voll guet», lautet sein positives Fazit nach dem ersten Rutschversuch.

Erfreut über das neuste Geschenk seitens der Gemeindebehörde – denn auch die bereits vorhandenen Spielgeräte wurden gesponsert – zeigten sich Heidi Bötschi und Heini Stürm vom Alterszentrum. «Eine tolle Geste unseres ehemaligen Gemeindeammanns; vielen Dank dafür.»

Luisa, die Enkelin von Sponsor Roland Kuttruff (rechts), wagt sich als erste auf die neue Rutschbahn. (Bilder: Christoph Heer)

Luisa, die Enkelin von Sponsor Roland Kuttruff (rechts), wagt sich als erste auf die neue Rutschbahn. (Bilder: Christoph Heer)

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