Grosses Interesse an Dorfmarkt

170 Einwohnerinnen und Einwohner nahmen an einem Infoabend über einen Dorfladen in Guntershausen teil. Für das Projektteam ist die Realisierung einen wichtigen Schritt näher gerückt. Der Start soll am 1. Januar 2013 erfolgen.

Kurt Lichtensteiger
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Voller Saal: 10 Prozent der Dorfbevölkerung kann sich mit einem Dorfladen identifizieren. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Voller Saal: 10 Prozent der Dorfbevölkerung kann sich mit einem Dorfladen identifizieren. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

GUNTERSHAUSEN. Als eine Votantin in der abschliessenden Diskussionsrunde fragte, was im Falle einer Schliessung des Ladens geschähe, entgegnete eine andere Versammlungsteilnehmerin: «Wir sollten nicht jetzt schon über den schlechtest möglichen Fall diskutieren, bevor der Dorfmarkt überhaupt seine Türe geöffnet hat.» Die Reaktion des Publikums am Informationsabend zum geplanten Dorfmarkt in Guntershausen vom Donnerstag, nämlich ein spontan einsetzender Beifall, zeigte deutlich, dass die Anwesenden, immerhin über zehn Prozent der Dorfbevölkerung, hinter der Projektidee stehen.

80 weitere Absichtserklärungen

Nicht nur ideell, auch mit Taten, denn Projektleiterin Sabine Vuilleumier gab bekannt, dass bereits 10 000 Franken beisammen seien. Im Anschluss an die Versammlung wurden noch 80 weitere Absichtserklärungen unterzeichnet. Dazu kommt ein Gönneranteil von 5000 Franken, so dass sich das derzeitige Genossenschaftskapital auf gegen 50 000 Franken erhöht. Somit ist die Gründung einer Genossenschaft auf dem besten Weg. Das Projektteam hofft, ein Genossenschaftskapital von 70 000 bis 100 000 Franken zusammen zu bekommen.

Berater Heinz Krucker, der eingangs die Zukunftsaussichten, die Geschäftsidee und den Projektstatus erläutert hatte, musste zu vielen Fragen Stellung beziehen. Es wird im ersten Geschäftsjahr mit einem Umsatz von gut 600 000 Franken gerechnet, was pro Verkaufstag rund 2000 Franken ausmache. Die Bruttomarge soll 22 bis 25 Prozent betragen. Mit zwei Personaleinheiten sollen die Öffnungszeiten von 7 Uhr bis 19.15 Uhr abgedeckt werden. «Freundliches Personal suchen wir noch», sagte Krucker.

Minibistro und Kinderecke

Die Personalkosten würden zwölf bis 13 Prozent ausmachen. Zwei bis drei Parkplätze entlang der Strasse und fünf bis sechs auf der Seite seien vorhanden. Für die Anpassungen des Ladens rechnet das Projektteam mit Investitionen von 80 000 bis 90 000 Franken. Mit einem Minibistro, einer Kinderspielecke, einem Hauslieferdienst, frischen Produkten und Artikeln des täglichen Bedarfs wollen die Projektverantwortlichen die Nähe zum Kunden suchen.

Gemeinderat Stefan Mühlemann aus Guntershausen wollte Genaueres zum Businessplan wissen. Weil gewisse Punkte noch offenstehen, ist dieser noch vage. Insbesondere ist noch nicht sicher, ob die Post grünes Licht für eine Postagentur gibt. Dies würde rund 15 000 Franken einbringen. Verhandlungen sind im Gange. Im Raum steht auch noch die Miete der Räumlichkeiten von 125 Quadratmetern, 80 Quadratmeter Verkaufsraum und 45 Quadratmeter für Lager, Büro und sanitäre Anlagen. Man solle nicht den Rentabilitätsgedanken in den Vordergrund stellen, sagten am Schluss einige Versammlungsteilnehmerinnen. «Es braucht nun einen Vertrauensbeweis.» Der Go- oder No-Go-Entscheid fällt Ende September. Der Laden soll Anfang Januar 2013 eröffnet werden.

Besucher des Infoabends besichtigen die Räumlichkeiten.

Besucher des Infoabends besichtigen die Räumlichkeiten.

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