Kolumne

Grosses Drama um Ananas auf der Grossen Allmend

Kaum zwei Wochen sind ver­gangen und schon schreibt das Open Air Frauenfeld die nächsten Schlagzeilen, auch ausserhalb der Stadt, des Kantons, ja gar des Landes. «Es erreichen uns tragische News aus den USA», schreibt der Veranstalter auf ­seiner Facebook-Seite. Innert weniger Stunden ist das Video mit einer Länge von 268 Sekunden x-tausendfach geklickt.

Samuel Koch
Drucken
Teilen
Konzert von Rae Sremmurd am Openair Frauenfeld, 2015. (Bild: Peter Käser)

Konzert von Rae Sremmurd am Openair Frauenfeld, 2015. (Bild: Peter Käser)

Im Video rollen die fiktive WCNS News in ihren 10-Uhr-Nachrichten den Diebstahl einer Ananas am «Frauenfelder» auf. «Am heutigen Eröffnungstag des Open Airs Frauenfeld wurden die US- Superstars von Rae Sremmurd im Backstage-Bereich um eine Ananas gebracht», eröffnet Megan Barnes die Sendung. Abgebildet ist ein Foto des jüngeren der beiden Gebrüder, Slim Jimmy, noch in Besitz der exotischen Frucht. Daraufhin sei die Ananas ge­stohlen worden, worauf die Si­cherheitsvorkehrungen massiv ­verschärft worden seien. «Wir schalten jetzt direkt zu Alicia Fuhrmann, unserer Frau vor Ort», sagt Barnes zu den Zuschauern, ehe Fuhrmann von einer grossen Unruhe berichtet.

Im Duplex zu Wort kommt Polizeichef Eric Miller und berichtet live, obwohl er sich offensichtlich nach wie vor in den USA aufhält. «Wir haben Tausende Bilder, ­worauf die gestohlene Ananas abgebildet ist», sagt Miller, ehe er weitere Einzelheiten aus den Ermittlungen preisgibt. «Ich bin bestürzt», sagt Swae Lee direkt ins Mikrofon von Sonderkorrespondentin Fuhrmann. Er habe sich so auf die Ananas gefreut, meint er weiter. Nichtsdestotrotz müsse die Show weitergehen.

Schliesslich findet Polizeichef Miller während der Übertragung den Straftäter, nachdem ein Video von Cro eingeblendet wird. Der deutsche Rapper erscheint mit einer Ananas auf der Bühne, nippt einen Drink daraus und übergibt sie dann den Fans. «Ich würde gerne jedem eine Ananas geben, aber ich habe nur die eine», sagt Cro zur Menge. «So viel zu den neuen schockierenden Nachrichten aus Frauenfeld, Switzerland», schliesst Megan Barnes. Von einer offiziellen Meldung der Kapo Thurgau zum Fall ist bisher nichts bekannt.

Im Internet unter: www.facebook.com/openairfrauenfeldofficial

Kommentar

Die Frauenfelder Köpfe müssen bleiben

Ohne sie gäbe es das Open Air Frauenfeld nicht mehr: Wolfgang Sahli, René Götz, Andrea Läderach, Jörg Müller, André Rindlisbacher, Sandro Keller und Joachim Bodmer. Das sind die Veranstalter von Europas grösstem Hip-Hop-Festival. Doch nun der Verkauf. Das weltweit tätige Unterhaltungsunternehmen Live Nation übernimmt die Aktienmehrheit. Die US-Amerikaner kommen und machen alles anders? Hoffentlich nicht.
Mathias Frei