GROSSER RAT: Kein Mucks und kein Muh

Irgendwie scheint das Kantonsparlament beim Thema «Wie weiter mit dem Milchviehstall Arenenberg?» nicht auf den Geschmack zu kommen. Gestern hat der Grosse Rat zum zweiten Mal in Folge eine Sitzung frühzeitig abgebrochen, um nicht mehr über eine entsprechende Interpellation diskutieren zu müssen.

Christian Kamm
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An ihm habe es nicht gelegen, beteuerte der zuständige Regierungsrat Walter Schönholzer gegenüber der TZ. Er sei auf die Diskussion vorbereitet gewesen. Parlamentspräsident Gallus Müller machte auf Nachfrage die Sitzungsplanung für diesen Entscheid verantwortlich – auch das durchaus glaubhaft.

So gab es gestern wieder nur einen Verlierer. Nein, nicht der Arenenberger Milchviehstall. Sondern der ehemalige Kantonsrat Moritz Tanner, der die Interpellation noch als aktiver Politiker eingereicht hatte. Erneut war Tanner extra aus Winden nach Weinfelden gereist, um live mitzuerleben, wie seine ehemaligen Parlamentskollegen über das Weh und Wohl des Milchviehstalls debattieren. Stattdessen: Kein Mucks und kein Muh. Ende der Vorstellung, liebes Publikum.

Für einen zum zweiten Mal Düpierten zog Moritz Tanner erstaunlich gut gelaunt von dannen. Auf Wiedersehen bei Anlauf Nummer drei. Dann muss es einfach klappen. Oder aber es sollte wenigstens für die nächste Pleite vorgesorgt werden: Mit einem riesigen Blumenstrauss für Tanner, falls es wieder nichts wird. Und einer Schachtel Pralinen. Selbstverständlich auf Staatskosten.

Christian Kamm

christian.kamm@thurgauerzeitung.ch