Grossbrand zerstört sechs Häuser

In der Nacht auf Montag brach in einem Haus in der Steckborner Altstadt ein Feuer aus. Dieses griff schnell auf angebaute Häuser über. Mehr als 100 Personen wurden evakuiert. Die Brandursache ist unklar. Die Löscharbeiten werden noch Tage dauern, die Seestrasse bleibt gesperrt.

Martin Rechsteiner
Drucken
Blick von oben auf die noch qualmenden Dachstühle in der Steckborner Altstadt. (Bild: Newspictures/Beat Kälin)

Blick von oben auf die noch qualmenden Dachstühle in der Steckborner Altstadt. (Bild: Newspictures/Beat Kälin)

STECKBORN. Ein grosses Feuer in der Steckborner Altstadt hat in der Nacht auf Montag mindestens sechs Häuser beschädigt oder zerstört. Drei Bewohner erlitten eine Rauchgasvergiftung und mussten ins Spital gebracht werden. Knapp 30 Leute sind durch das Feuer obdachlos geworden.

Ein grosses Aufgebot

«Rund 160 Einsatzkräfte sind vor Ort», sagte Daniel Metzler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, am Montagvormittag. Es sind Feuerwehrleute von den Stützpunkten Steckborn, Diessenhofen, Kreuzlingen und Frauenfeld angerückt.

Dies, nachdem am Montagmorgen um 2.45 Uhr der Notruf eingegangen war. «Anwohner meldeten Rauch aus einem Mehrfamilienhaus im Zentrum von Steckborn», sagte Metzler. Das Feuer griff schnell auf angebaute Häuser über. «Über 100 Leute aus umliegenden Gebäuden wurden evakuiert», sagte Metzler. Um 8.30 Uhr konnte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle bringen. «Gemäss Einschätzungen der Feuerwehr dauern die Nachlöscharbeiten aber noch gut zwei Tage», sagte Metzler. Denn unter den Trümmern könne es immer noch Glutnester geben, die zu einem erneuten Brand führen könnten.

Ein Grossteil der evakuierten Personen konnte im Verlauf des Tages wieder in ihre Häuser zurückkehren. Andere haben aber alles verloren: «Rund 30 Menschen haben durch das Feuer kein Dach mehr über dem Kopf», sagte Roger Forrer, Stadtpräsident von Steckborn. Die Betroffenen hat man zuerst im Gemeindehaus untergebracht, dann vis-à-vis im ehemaligen Restaurant Schloss. Für alle ist eine Lösung gefunden worden.

Der Schaden ist immens

Das Feuer wütete in insgesamt sechs Gebäuden. Sie wurden teilweise komplett zerstört. «Zurzeit befindet sich ein Bagger vor Ort, der die betroffenen Häuser abdeckt und von oben abträgt», sagt Daniel Metzler von der Kantonspolizei Thurgau. Dies sei nötig, da die Feuerwehr so verbleibende Glutnester ausfindig machen und löschen kann, um etwa Schwelbrände zu verhindern.

«Um den Schaden zu beziffern, ist es aber noch zu früh», sagt Metzler. Dieser könne erst bestimmt werden, wenn die Löscharbeiten beendet seien.

Auch die Brandursache ist zurzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. Es gebe weder konkrete Vermutungen, noch könnten Szenarien klar ausgeschlossen werden, welche zum Brand geführt haben könnten, sagt Metzler. «Brandermittler sowie die Spurensicherung sind aber vor Ort.»

Solange die Löscharbeiten andauern, werde die Seestrasse gesperrt bleiben, sagt Metzler. «Dies wird mit Sicherheit auch noch für den gesamten Dienstag der Fall sein.»

Häuser standen unter Schutz

Das grosse Feuer schockiert aber nicht nur die Steckborner. Auch bei der kantonalen Denkmalpflege ist man bestürzt: «Der Brand ist verheerend. Die Steckborner Altstadt ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung und steht unter Denkmalschutz», sagt der kantonale Denkmalpfleger und Amtsleiter Ruedi Elser. «Wir werden uns den Schaden am Dienstag oder Mittwoch vor Ort ansehen», sagt er. Das Amt stehe bereits in Kontakt mit der Gebäudeversicherung und der Gemeinde Steckborn. «Über Details des Wiederaufbaus können wir noch nicht viel sagen. Sicher ist aber schon, dass es keine Baulücke geben wird», sagt Elser.

Mehr Bilder: www.thurgauerzeitung.ch ? UNTERSEE 34 & 35

Aktuelle Nachrichten