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GRENZVERKEHR: Für Ostschweizer wird Tuning jenseits der Grenze teurer

In Deutschland gelten neue Zollgesetze. Seit Anfang Jahr müssen Schweizer für eine Veredelung des Autos im Nachbarland deutlich mehr bezahlen – und komplizierter wird’s auch noch.
Ines Biedenkapp
Wer sein Auto in Deutschland aufwerten lassen will, muss am deutschen Zoll eine hohe Kaution hinterlegen. (Bild: Getty)

Wer sein Auto in Deutschland aufwerten lassen will, muss am deutschen Zoll eine hohe Kaution hinterlegen. (Bild: Getty)

Ines Biedenkapp

ostschweiz@tagblatt.ch

Wer es billiger in Deutschland haben will, muss nun tiefer ins Portemonnaie greifen. Jeder, der sein Auto in Deutschland «veredeln» lässt, muss dies seit Januar beim deutschen Zoll anmelden und eine Kaution hinterlegen. Diese Kaution kann mehrere tausend Franken betragen, die in bar am Zoll abzugeben sind. Veredelungen sind Massnahmen wie Tuning und das Anbringen von Spezialzubehör. Somit muss ein Schweizer Kunde für das Aufziehen von hochwertigen Spezialfelgen, dem Einbau von Multimedia- oder HiFi-Anlagen eine hohe Barkaution am deutschen Zoll hinterlegen. Motorräder und Wohnmobile können ebenso von der neuen Regelung betroffen sein wie Autos. Eine Halterung für Velos an Auto oder Wohnmobil sowie das Anbringen einer Anhängerkupplung oder der Einbau einer Hundebox gelten ebenfalls als veredelnde Massnahmen.

Vor einer solchen Aufwertung muss man also nicht nur einen Termin bei der Garage vereinbaren, sondern auch den Zoll informieren, die Kaution bar in Euro hinterlegen und ein Formular ausfüllen. Nach Einbau der neuen Teile muss man sich die Ausfuhr vom Zoll bestätigen lassen, um die Kaution zurückzubekommen. Die Höhe derselben bemisst sich am Fahrzeugwert und beträgt 10 Prozent; dazu kommen 19 Prozent der deutschen Mehrwehrsteuer.

Einige Garagen übernehmen Verfahren für Kunden

Auf nachbarschaftlicher Seite verursacht das neue Verfahren gemischte Gefühle. Einige Garagen bieten ihren Kunden daher an, das Verfahren für sie zu übernehmen. Motorradgaragen sehen das neue Verfahren kritischer: denn es ist immer noch nicht ganz klar, was genau unter eine Reparatur fällt und was unter eine Veredelung. «Man kann sich ja gar nicht mehr sicher sein, was eventuell als Schmuggel bezeichnet wird», meint Thomas Möhrle, Eigentümer von Tattoomoko’s Bike Paradies in Konstanz. Denn auch Reparaturen können im Spezialfall als Veredelung gelten.

Eine Ausnahme gilt für eine Zone von 10 bis 20 Kilometern beiseits der Grenze. Deren Bewohner fallen unter ein vereinfachtes Verfahren und müssen keine Kaution hinterlegen. Gemäss der deutschen Industrie- und Handelskammer seien Inspektions- und Wartungsarbeiten von dem neuen Zollverfahren ausgeschlossen.

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