Gratis-Zugabe für Kids und Pedaleure

Am Sonntag gehen die Summer Days mit einer Dreingabe für den «Tag der Langsamkeit» in die Verlängerung: Mit einem Gratis-Musikprogramm für Kids und Familien, die auf Rädern am slowUp Bodensee unterwegs sind. Gelitten hat das Terrain.

Max Eichenberger
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Der Summer-Days-Sonntag gehörte den Kleinen und Luusmeitlis. (Bild: Max Eichenberger)

Der Summer-Days-Sonntag gehörte den Kleinen und Luusmeitlis. (Bild: Max Eichenberger)

«Wenn d'Sunne chunt, dänn schtömmer uf» – und so legt die Berner Oberländer Leierchischte erst am Mittag los. Als Formation nach Swisspäck, nachdem sich die Wolken verzogen haben. Ein modriger Geruch von schlammiger Erde vermischt sich mit Bratwurstduft vom Grill. Die Regenschauer und das Getrampel haben das Gelände aufgeweicht und stellenweise morastig gemacht.

In einer Nachtschicht haben die Summer-Days-Leute zusätzliche 3000 Quadratmeter Vliesmatten ausgelegt, um den Flurschaden einzugrenzen.

Kommen und Gehen

Publikum kommt und geht. Der Summer-Days-Sonntag ist Teil der slowUp-Veranstaltung. Radler und Skater ziehen weiter auf ihrer Runde, neue Wellen rollen an, während Luzi Parpan Pause macht. Der St. Galler SBW-Lehrer hat mit 15 Schülern am Morgen früh vor der Bühne sauber gemacht. Am Abend steht nochmals ein Räumungseinsatz an.

Mit dem Lohn dafür können sie einen Teil ihrer Diplomreise finanzieren.

Der Ausklang am Sonntag mit Gratiskonzerten fürs Publikum im erweiterten Rahmen des slowUps im Raum Oberthurgau, wo Velofahrer aller Couleur und Skater gestern vom sonnigen Zwischenhoch profitierten, wird künftig so bleiben.

«Tolle Sache»

«Das ist für alle eine tolle Sache», freut sich der Arboner Stadtammann Martin Klöti.

Mit diesem Publikumsmagneten für die slowUp-Teilnehmer mausere sich Arbon zum heimlichen Haupt-Village. «Dass wir unsere Festival-Infrastruktur noch einen Tag länger nutzen und den Radlern und Skatern etwas bieten, macht Sinn», meint auch Festival-Chef Cyrill Stadler. Den zusätzlichen Aufwand für Technik und Personal von 40 000 bis 50 000 Franken trägt die Summer Days Festival AG. «Das ist sozusagen das Entgelt für die Überlassung des Geländes. Die Gagen der Musikgruppen – 10 000 Franken – übernimmt im Gegenzug die Stadt Arbon.

Für beide ist es eine Win-win-Situation. Klöti, seinerzeitiger Mitinitiant des Blues 'n' Jazz-Festivals Rapperswil, ist stolz, nun auch in Arbon ein Festival mit Ausstrahlung angeländet zu haben. Seeparksaal-Miete und städtische Werksleistungen wird die AG beim zu erwartenden Ergebnis abgelten. Ein stattlicher Teil der Besucher ist mit dem öffentlichen Verkehr angereist. So hat die Stadt die PW-Welle gut schlucken können.

Seen auf Campingwiese

580 Besucher nutzten das Angebot, auf dem erweiterten Rayon des Campingplatzes Buchhorn zu zelten. Den Personentransport bewerkstelligte ein Shuttlebus. Die vermeintlich besten Plätze auf der Strandbadwiese in Seenähe waren es nicht: Nachts klapperte Gestänge und rauschten nasse Nylonstoffe. Wo in den Dolen Zelte gestanden hatten, breiteten sich am Morgen kleinere Seen aus. Überhaupt waren die Campeure nicht zu beneiden.

Schon mit nassen Kleidern angerückt nach den letzten Gigs, wurden diese in den feuchten textilen Behausungen nicht trockener.

Unterdessen spielen Mr. Ray's Class auf der Bühne vor lichten Zuhörerreihen. Und bald klingt der letzte Akkord des Summer Days Festivals 2010 aus.