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GRALTSHAUSEN TG: Der letzte Gast war der Räuber

Kurz vor Mitternacht in der Nacht auf Freitag hat ein unbekannter Mann im Dorfrestaurant die Gäste und die Wirtin mit einer Pistole bedroht. Er erbeutete das Serviceportemonnaie. Dem Täter gelang die Flucht.
Maya Mussilier / Christian Ruh
Seit 42 Jahren wirtet Käthi Meier im «Frohsinn». Noch nie zuvor hat sie bei der Arbeit eine solche Schreckenssekunde erlebt. (Bild: Maya Mussilier)

Seit 42 Jahren wirtet Käthi Meier im «Frohsinn». Noch nie zuvor hat sie bei der Arbeit eine solche Schreckenssekunde erlebt. (Bild: Maya Mussilier)

Es ist kurz vor Mitternacht. Wie immer donnerstags hatten sich einige Männer zur Kegelrunde im "Frohsinn" eingefunden und sitzen nach der Partie noch auf ein Getränk mit der Wirtin Käthi Meier am Tisch. Bezahlt haben sie, die Gläser sind fast schon leer, als die Tür aufgestossen wird. Ein schwarz gekleideter Mann mit Sturmhaube betritt das kleine Dorfrestaurant, schaut sich um und richtet eine Pistole auf die Wirtin, die noch mit den Gästen am Tisch sitzt und plaudert. "S Serviceportmonnaie!", schreit er in den Raum. Und dann gleich noch einmal.

Käthi Meier zeigt auf das Portemonnaie, das vom Einkassieren her noch vor ihr auf dem Tisch liegt. "Der Mann stürzte an den Tisch und fuchtelte mit der Waffe vor den Gesichtern meiner Gäste herum. Dann schnappte er sich das Portemonnaie und stürmte wieder aus dem Lokal", erzählt die 71-jährige Wirtin. "Alles ist ganz schnell gegangen." An der Tür sei er kurz gestrauchelt, ein Gast habe ihm noch ein Glas angeworfen, und dann sei er schon weg gewesen. "Wir haben nichts gesehen, vermuten aber, dass jemand mit einem Auto vor dem Lokal auf ihn gewartet hat, so schnell, wie der weg war", sagt die Wirtin.

Zweimal wurde das Portemonnaie gestohlen

So etwas ist Käthi Meier in den 42 Jahren, seit sie im "Frohsinn" Graltshausen wirtet, noch nie passiert. "Zum Glück", sagt sie. Zweimal sei ihr in all den Jahren das Serviceportemonnaie gestohlen worden. Einmal waren es zwei Jugendliche, die sich den Geldbeutel in einem unbemerkten Moment geschnappt haben. "Dann sind sie mit dem Töffli auf und davon. Das Portemonnaie haben sie in der Nähe von Birwinken verbrannt", erzählt die Wirtin. Das ist aber nicht mit diesem Donnerstagabend zu vergleichen. "Ich bin sehr erschrocken und habe entsprechend schlecht geschlafen", sagt sie. Zum Glück sei niemand verletzt worden.

"Überfälle dieser Art kommen im Kanton Thurgau sehr selten vor", sagt Mario Christen, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. "Im Moment laufen die Ermittlungen. Dabei werden auch Hinweise aus der Bevölkerung entgegengenommen und überprüft." Der Täter war circa 1,65 bis 1,75 Meter gross und von mittlerer Statur. Er trug zum Zeitpunkt des Überfalls ein schwarzes Oberteil, schwarze Hosen und schwarze Handschuhe. Ausserdem war er mit einer schwarzen Sturmhaube maskiert, so dass nur die Augen zu sehen waren. Der Mann sprach Schweizerdeutsch.

Zeugenaufruf
Die Polizei bittet allfällige Zeugen, sich beim Kantonspolizeiposten in Weinfelden unter Telefon 071-221-45-00 zu melden.

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