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GOTTLIEBEN: Land unter in Gottlieben

Das Seecafé der Gottlieber Hüppen ist geschlossen. Wegen des Hochwassers mussten die Möbel in Sicherheit gebracht werden. Dieses und andere Gebäude am Seerhein werden mit Mauern und Sandsäcken geschützt.
Marco Zala/Inge Staub
«Die Krone»-Chef Stephan M. Pagnoncini hat für seine Gäste einen Steg bauen lassen. (Bild: Andrea Stalder (Andrea Stalder))

«Die Krone»-Chef Stephan M. Pagnoncini hat für seine Gäste einen Steg bauen lassen. (Bild: Andrea Stalder (Andrea Stalder))

GOTTLIEBEN. Eine Abschrankung an der Zufahrtstrasse zum historischen Dorfkern signalisiert: Bis hierher und nicht weiter. Gottlieben ist bis auf Weiteres wegen des Hochwassers am Seerhein für den Verkehr gesperrt.

Einige wenige Passanten sind an diesem Montag unterwegs. Dass man hier nasse Füsse bekommt, merken sie erst, wenn sie an der Uferpromenade vor dem Restaurant Waaghaus stehen. Während die untere Terrasse des Gasthauses noch 15 Zentimeter vom Wasserspiegel entfernt ist und die Gäste in Seelenruhe speisen, steht man nebenan bereits 15 Zentimeter im Wasser. An die Uferseite des Hotels Drachenburg plätschert das Wasser und der nahe Anlegesteg ist nicht mehr passierbar. Im Hotel selbst spürt man allerdings von den Wassermassen nichts. Die Teppichböden sind nach wie vor makellos.

Westen stärker betroffen

«Wir haben im Dorf ein Gefälle von Ost nach West, deshalb sind vom Hochwasser vor allem Häuser betroffen, die im Westen stehen», sagt Paul Keller, Vize-Gemeindepräsident. Ausgerüstet mit Gummistiefeln macht er sich ein Bild von der Lage. «Seit Donnerstag beobachte ich die Situation laufend», sagt er. «Wir haben heute ein ähnliches Hochwasser wie 2001. Vor vier Jahren war das Wasser um einiges tiefer», sagt Keller. Er zeigt auf einen Stein, in welchem das Jahrhunderthochwasser 1999 markiert ist. Davon ist Gottlieben derzeit noch rund 50 Zentimeter entfernt. Aufgabe der Gemeinde sei es, dafür zu sorgen, dass die Infrastruktur weiterhin funktioniere. Die Regenwasserbecken müssen ausgepumpt werden, Sandsäcke besorgt und Notstege aufgestellt werden.

Über einen solchen Notsteg ist das Hotel Krone zu erreichen. Für die Terrasse gilt auch hier «Land unter». Den Eingang zum Haus hat Gastgeber Stephan M. Pagnoncini mit Sandsäcken und Brettern abdichten lassen. Die Garderobe und ein Sofa im Gang wurden auf Backsteine gestellt. Doch im Restaurant servieren die Angestellten trockenen Fusses, und auch die Hotelgäste checken wie an normalen Tagen ein.

«Die Gästezahlen sind weder gesunken noch gestiegen. Wegen des schlechten Wetters sind natürlich einige Buchungen storniert worden – doch das ist normal», sagt Pagnoncini. Einzig die Terrasse bleibe vorerst geschlossen. Man könne die Kunden schliesslich nicht über einen Holzsteg zum Tisch führen. Und auch für einen weiteren Pegelanstieg ist der Hoteldirektor gerüstet: «Dann würden wir das gesamte Mobiliar in den ersten Stock befördern.»

Das Hotel Krone hat wie die meisten alten Gottlieber Häuser keinen Keller. Im Gegensatz zum Gottlieber Seecafé. Hier ist das Wasser in die Tiefgarage gelaufen. Von dort drückt es ins Restaurant. Geschäftsführerin Katinka Ritschard musste deshalb den Betrieb am Sonntagnachmittag einstellen. Die Möbel konnte sie nebenan in der Halle einer Werft unterstellen. «Wir haben die Ausstattung innert zwei Stunden ausgeräumt», erzählt Katinka Ritschard.

Katinka Ritschard schützt den Eingang ihres Cafés mit einer Backstein-Mauer. (Bilder: Andrea Stalder)

Katinka Ritschard schützt den Eingang ihres Cafés mit einer Backstein-Mauer. (Bilder: Andrea Stalder)

Wasser wird abgepumpt

An beiden Eingängen liess die Unternehmerin kleine Mauern hochziehen, um das Wasser zu stoppen. Auch gestern noch beförderten mehrere Pumpen Wasser aus der Liegenschaft. Der Vorfall war auch aus finanzieller Sicht denkbar ungelegen. Zwar komme die Versicherung für die Schäden auf – nicht aber für die fehlende Kundschaft, die in den kommenden Tagen zahlreich erschienen wäre. «Kaum scheint die Sonne wieder, haben wir geschlossen», sagt Ritschard. Wenigstens sei das Wasser sauber.

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